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TJetzt auch noch das BSW: Wahlkampf in der Region Stade wird sehr bunt

Sahra Wagenknecht.

Sahra Wagenknecht. Foto: Michael Kappeler/dpa

Knapp ein Jahr vor der Kommunalwahl am 13. September sprießen neue politische Organisationen aus dem Boden. Jetzt droht die nächste Partei mit Einmischung zwischen Oste und Este.

Von Lars Strüning Sonntag, 26.10.2025, 06:00 Uhr

Stade. Die Demokratie zwischen Elbe und Weser lebt. In Stade gründet sich ein neuer Bürgermeisterwahlverein namens „Gemeinsam etwas ändern“, um Jörg Baumann zum Chef im Rathaus wählen zu lassen. Die Mitstreiterinnen - vor allem aus der Stader Geschäftswelt - sind unzufrieden mit den etablierten Parteien. Dazu nächste Woche mehr im TAGEBLATT und auf tageblatt.de.

Sahras Anhänger wollen im Landkreis angreifen

Eine Nummer größer ist das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), das jetzt auch im Landkreis Stade präsent sein will und auf Wählerstimmen hofft. Das BSW gibt die Gründung seines Regionalverbandes Elbe-Weser bekannt.

Er wurde am 4. Oktober in Bremervörde aus der Taufe gehoben. Ein gewisser Ralf Poppe wurde als Vertreter des Landkreises Stade in den Kreissprecherrat gewählt. Ja, der Ralf Poppe aus Harsefeld, der einst bei den Grünen im Kreisvorstand aktiv war.

„Wir planen, Kreis- und später Ortsverbände zu gründen und bei der Kommunalwahl 2026 und der Landtagswahl 2027 anzutreten“, schreibt er. Klingt wie eine Drohung - oder ein Versprechen, je nach Sichtweise.

„Das Bündnis Sahra Wagenknecht - Vernunft und Gerechtigkeit (BSW) ist im Landkreis Stade angekommen“, so Poppe weiter. Seit der Parteigründung im Januar 2024 seien bundesweit mehr als 10.000 Mitglieder aufgenommen worden, gut 1000 davon in Niedersachsen und „einige“ im Landkreis Stade.

Drei Wechselkandidaten verlassen ihre Parteien

Seit Juli 2025 existiere die „Arbeitsgemeinschaft Jugendbündnis im BSW“. Bundesvorsitzende ist die 21-jährige Anastasia Wirsing. Ihr Vertreter ist Marlon Borchers. Marlon Borchers? Schon mal gehört. Richtig: Der wollte 2022 für die Linke in den Landtag. Hat nicht geklappt.

Marlon Borchers kandidierte 2022 bei der Landtagswahl für Die Linke.

Marlon Borchers kandidierte 2022 bei der Landtagswahl für Die Linke. Foto: Susannne Helfferich

Jetzt eben das BSW. Ursprünglich war er mal Mitglied der SPD in Himmelpforten. Marlon Borchers und Ralf Poppe sind nicht die einzigen Wechselkandidaten zur Kommunalwahl.

Der Gastronom Jörg Baumann gehört auch dazu. Einst saß er bei den Stader Grünen im Ortsvereinsvorstand. Schon im Wahlkampf mit Stades Ex-Bürgermeisterin Silvia Nieber (SPD) und ihrem Nachfolger Sönke Hartlef (CDU) hätte er gern eingegriffen. Die Grünen ließen ihn nicht. Begründung (laut Baumann): „Dann können wir dich nicht bändigen.“

Das verspricht einiges für die kommenden elf Monate beim Bürgermeisterwahlkampf. Langweilig wird es wohl nicht. Der Redaktion kann Schlimmeres passieren. Es lebe die Demokratie und die Meinungsvielfalt.

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