TKreis Stade: Mehr Tote als Babys in Ihrer Nachbarschaft
Zum Beispiel Stade: In der Hansestadt sind im vergangenen Jahr 644 Menschen gestorben. Demgegenüber stehen nur 427 Geburten. (Symbolbild) Foto: Nicolas Armer/dpa
Stirbt der Landkreis aus? Was im Alten Land, Harsefeld oder Drochtersen ein Blick auf Geburten- und Sterbezahlen verrät.
Landkreis. In Niedersachsen sind im vergangenen Jahr weniger Kinder geboren worden. Insgesamt 63.402 Jungen und Mädchen erblickten das Licht der Welt. Das entspricht einem Geburtenrückgang von 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr mit 65.646 Geburten, wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) mitteilt.
Damit hat sich die Geburtenzahl innerhalb von vier Jahren im Land um rund 17,1 Prozent reduziert. Im Jahr 2021 kamen in Niedersachsen noch 76.441 Babys zur Welt.
Geburtenziffer im Landkreis Stade niedrig wie nie
Im Landkreis Stade sind laut LSN 1675 Kinder geboren worden. Bei der Geburtenziffer ist mit 1,44 Kindern je Frau im Jahr ein Tiefstwert erreicht. Im Kreis Stade liegt dieser nur geringfügig über dem Landesschnitt von 1,38 Kindern, der Bundesdurchschnitt lag im vergangenen Jahr bei 1,32 Kindern je Frau. Zum Vergleich: 2018 waren im Landkreis noch 1,75 Kinder je Frau geboren worden.
Warum die Geburtenrate in Deutschland sinkt
Die Geburtenziffer gibt dabei an, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens bekommen würde, wenn ihr Geburtenverhalten so wäre, wie das aller Frauen zwischen 15 und 49 Jahren im jeweils betrachteten Jahr.
In den Stader Kommunen wird mehr gestorben
In 2025 hat es im Landkreis Stade dagegen insgesamt 2560 Todesfälle gegeben. Somit ergibt sich in dieser von Migration und Wohnortwechseln losgelösten Statistik von Geburten- und Sterbezahlen ein Bevölkerungsminus von 885 Menschen.
In den Hansestädten, Gemeinden und Samtgemeinden sieht der sogenannte „Lebendgeborene/Gestorbene“-Saldo des Jahres 2025 folgendermaßen aus:
- Buxtehude: 363 Geburten, 517 Tote /-154
- Drochtersen: 88 Geburten, 167 Tote /-79
- Jork: 101 Geburten, 143 Tote /-42
- Stade: 427 Geburten, 644 Tote /-217
- Apensen: 71 Geburten, 79 Tote /-8
- Fredenbeck: 100 Geburten, 186 Tote /-86
- Harsfeld: 168 Geburten, 254 Tote /-86
- Horneburg: 117 Geburten, 131 Tote /-14
- Lühe: 63 Geburten, 106 Tote /-43
- Nordkehdingen: 36 Geburten, 116 Tote /-80
- Oldendorf-Himmelpforten: 141 Geburten, 217 Tote /-76
Geburtenrate in Salzgitter am höchsten
Im Vergleich der Geburtenraten in den Landkreisen und kreisfreien Städten liegt die Stadt Salzgitter mit 1,81 Kindern je Frau vor den Landkreisen Cloppenburg (1,66) sowie Gifhorn und Osnabrück (jeweils 1,64), wie das LSN weiter mitteilt. Dagegen hatte die Stadt Oldenburg mit 1,09 Kindern je Frau die geringste Geburtenrate im Jahr 2025, gefolgt von den Städten Osnabrück und Braunschweig mit jeweils 1,14 sowie dem Landkreis Göttingen mit 1,13 Kindern je Frau.
Mit 5.945 Geburten kamen im Juli 2025 die meisten Babys in Niedersachsen zur Welt. Auch in den Vorjahren war der Juli der geburtenstärkste Monat. Der geburtenstärkste Tag war der 1. August mit 254 Neugeborenen, am 2. März kamen mit 100 Neugeborenen die wenigsten Babys zur Welt. (dpa/tip)
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