Pilotprogramm

Kreistag beschließt Aktionsplan zur besseren Umsetzung von Kinderrechten

Der Kreistag des Landkreises Stade hat einen ambitionierten Aktionsplan zur besseren Gewährleistung der Rechte von Kindern und Jugendlichen verabschiedet. (Archivfoto)

Der Kreistag des Landkreises Stade hat einen ambitionierten Aktionsplan zur besseren Gewährleistung der Rechte von Kindern und Jugendlichen verabschiedet. (Archivfoto) Foto: Landkreis Stade/Beneke

Der Kreistag hat einen Aktionsplan zur besseren Umsetzung von Kinderrechten beschlossen. Damit könnte der Landkreis Stade das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ erhalten.

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Von Sabine Lohmann
01.07.2026, 16:05 Uhr

Landkreis. Der Kreistag des Landkreises Stade hat einen ambitionierten Aktionsplan zur besseren Gewährleistung der Rechte von Kindern und Jugendlichen verabschiedet. Das teilt die Kreisverwaltung mit. Ziel sei es, Kinderrechte im Verwaltungshandeln gezielt in den Blick zu nehmen und zu stärken. Um dies zu erreichen, habe das Bildungsbüro des Landkreises 2023 den Verein Kinderfreundliche Kommunen dazu angeregt, sein bisher auf Städte und Gemeinden ausgelegtes Programm für Landkreise zu erweitern.

Landkreis nimmt an Pilotprogramm teil

Der Verein ist eine gemeinsame Initiative von Unicef Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk und verfolgt das Ziel, kinderfreundlichere Lebensbedingungen in Kommunen zu schaffen. Nachdem der Kreistag am 25. September 2023 die Teilnahme beschlossen hatte, nimmt der Landkreis seit 2024 am neu geschaffenen Pilotprogramm für Landkreise teil. Er ist damit auf dem Weg, einer der beiden ersten Landkreise in Deutschland mit dem Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ zu werden.

Seitdem wurde der Ist-Stand der Kinderrechte im Bereich der Kreisverwaltung erhoben, die Einschätzungen und Wünsche von Kindern und Jugendlichen im Landkreis erfragt und ämterübergreifend ein ambitionierter Aktionsplan für die Jahre 2026 bis 2029 erarbeitet. Dazu haben verschiedene Ressorts einen umfassenden Verwaltungsfragebogen ausgefüllt. Zudem wurden mehr als 600 Kinder und Jugendliche im Landkreis zu ihrem Wohlbefinden, ihren Mitbestimmungsmöglichkeiten im Landkreis und ihren Wünschen für die Zukunft befragt.

Aktionsplan wurde mit vielen Beteiligten entwickelt

Auf Grundlage dieser Ergebnisse und Workshops vor Ort wurden vom Verein Kinderfreundliche Kommunen unter Mitwirkung einer Sachverständigenkommission, die bei Gesprächen vor Ort beteiligt war, Empfehlungen für den Landkreis ausgesprochen. Der vorliegende Aktionsplan wurde aus diesen Empfehlungen in einem Prozess mit vielen Beteiligten entwickelt.

Der Aktionsplan umfasst 19 Ziele und entsprechende Maßnahmen. Darunter sind strukturelle Maßnahmen, etwa die Schulung von Mitarbeitern zum Thema Kinderrechte, die Einrichtung der Stelle eines Kinder- und Jugendbeauftragten und die Entwicklung eines Beteiligungskonzeptes.

Projektorientierte Maßnahmen vorgesehen

Der Aktionsplan sieht zudem projektorientierte Maßnahmen vor: So soll etwa ein Austausch zwischen Jugendlichen, Verwaltung und Kommunalpolitik zum Erhalt und Ausbau von Jugendräumen in den Gemeinden organisiert werden und das Sprach- und Bewegungsvermögen kleiner Kinder stärker gefördert werden.

„Ich glaube, dass in den vergangenen drei Jahrzehnten viel erreicht wurde, aber dass wir noch viel tun müssen, um Kinderrechte im Alltag wirksam werden zu lassen“, teilt Landrat Kai Seefried mit. „Wenn wir Kinder und Jugendliche an unseren Entscheidungen beteiligen, zeigen wir ihnen, wie wertvoll unser demokratischer Rechtsstaat ist.“

Nach einer Prüfung durch den Verein Kinderfreundliche Kommunen wird der Landkreis voraussichtlich am Weltkindertag am 20. September das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ erhalten. Das Siegel darf während des dreijährigen Umsetzungszeitraumes getragen werden. (sal)

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