Hitzewelle

Kühle Duschen und Eisbomben für die Tiere im Wingster Waldzoo

Abkühlung im Wingster Waldzoo: Das Alpaka genießt die Dusche.

Abkühlung im Wingster Waldzoo: Das Alpaka genießt die Dusche. Foto: Grothmann

Die Hitze macht Tieren zu schaffen. Wie sieht es im Zoo aus? Dr. Pierre Grothmann vom Wingster Waldzoo weiß, was Polarfüchse oder Schildkröten in der Wärme am liebsten tun.

Von Stina Wist und Frida Elfers 26.06.2026, 17:00 Uhr

Wie wirkt sich die Hitze auf die Tiere aus?

„Die meisten Tiere kommen recht gut mit den Temperaturen klar. Viele Tiere meiden jedoch extreme Hitze beziehungsweise die direkte Mittagssonne, weshalb sich auch ihr Tagesrhythmus ändert“, sagt Zoodirektor Dr. Pierre Grothmann.

Welche Tierarten im Zoo vertragen die Hitze am besten oder am schlechtesten?

„Einige Tierarten mögen die Sonne natürlich gerne“, so Grothmann. Zum Beispiel die Land- und auch die Schmuckschildkröten. Sie nehmen ihre täglichen Sonnenbäder, um sich für einen aktiveren Tag aufzuwärmen. „Auch die Erdmännchen, die aus den trockenen Regionen des südlichen Afrikas stammen, sind sehr aktiv“, beobachtet er.

Einige Tiere zögen sich aber stärker zurück, „wie zum Beispiel die Polarfüchse. Sie haben aber jetzt ihr dunkles, kurzhaariges Sommerkleid und in der Taiga reichlich Schatten und kühle Erdhöhlen.“

Welche Maßnahmen ergreift der Zoo, um die Tiere vor der Hitze zu schützen?

„Im Allgemeinen ergreifen wir keine weitergehenden Maßnahmen als ohnehin schon“, erklärt der Zoodirektor. Bei der Gestaltung aller Außenanlagen werde ohnehin auf Witterungsschutz geachtet. Dazu gehöre Schatten bei Sonnenschein, aber auch Schutz vor Wind und Regen. „Zudem können viele Tiere ja auch in die schattigeren und kühleren Innenunterkünfte wechseln. Generell ist der Zoo durch die Lage am Wald und den guten Baumbestand vor zu starker Sonneneinstrahlung und Hitzestau geschützt.“

Verändert sich das Verhalten der Tiere bei der Hitze?

„Ja, bei einigen Tierarten ändert sich das Verhalten“, bestätigt der Fachmann. Wie viele Menschen auch verlegten Tiere ihre Aktivitätsphasen in die kühleren Morgen- und Abendstunden. „Mittags wird dann ausgiebig und lange im Schatten geruht. Manche Tiere kühlen sich auch gerne aktiv ab, gehen mal baden, zum Beispiel die Bären oder auch mal die Wölfe.“ Andere wie die Visayas-Mähnenschweine suhlten sich im Schlamm. „Die Alpakas genießen auch mal eine Dusche.“

Wird die Fütterung den Temperaturen angepasst?

„Sehr wenig. Falls die Tiere mal weniger fressen sollten, bleibt halt etwas mehr über. Für einige Tiere kann das Futter ab und an in Eisbomben als Abkühlung gefroren werden, zum Beispiel bei den Visayas-Mähnenschweinen.“

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Die Visayas-Mähnenschweine genießen ihre Eisbombe.

Die Visayas-Mähnenschweine genießen ihre Eisbombe. Foto: Grothmann

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel