Mineralwasser-Abfüller spüren „Logistik-Engpass“
Die Nachfrage vor allem nach alkoholfreien Getränken ist derzeit hoch. (Symbolbild) Foto: Jan Woitas/dpa
Im Juni und Juli war es in Westeuropa, darunter Deutschland, so heiß wie nie zuvor. Die Hitze wirkt sich auch auf die Getränkewirtschaft auf.
Bonn. Mineralwasser-Abfüller müssen wegen erhöhter Nachfrage infolge der Hitze mit weniger Flaschen und Kästen als üblich zurechtkommen. Es gebe ungefähr seit Ende Juni einen anhaltenden „Logistik-Engpass“, sagte die Sprecherin des Verbands Deutscher Mineralbrunnen (VDM) in Bonn.
Der Sprecherin zufolge trinken die Menschen derzeit mehr Mineralwasser als üblich und kaufen deshalb auch mehr Wasser, aber sie bringen die Flaschen und die Kästen nicht häufiger zurück. Das führe zu einem „kleinen Stau“. Der Verband ruft Verbraucher auf, die Behältnisse zeitig zurückzugeben.
Ein Versorgungsengpass bestehe aber nicht, sagte die Sprecherin. Vorstellbar sei einzig, dass bestimmte Marken für kurze Zeit nicht erhältlich seien.
Großhändler: Warenumschlag ist erhöht
Dass die Nachfrage – vor allem nach alkoholfreien Getränken – größer als üblich ist, merken auch die Getränkegroßhändler, die Flaschen und Kästen zwischen den Abfüllern und Abnehmern transportieren. Der Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels (BV GFGH) aus Düsseldorf teilte mit, der Verband rechne dennoch nicht mit Versorgungsengpässen. Die Mitglieder hätten sich auf den Sommer vorbereitet – und zuvor die Lagerbestände erhöht.
„Die größte Herausforderung besteht vielmehr darin, den erhöhten Warenumschlag logistisch zu bewältigen“, sagte der Sprecher des BV GFGH. Das Leergut müsse möglichst schnell in den Kreislauf zurückgeführt werden.
Brauer-Bund: Nachschub ist gesichert
Der Deutsche Brauer-Bund aus Berlin, der große Brauereien und mehrere Regionalverbände vertritt, sieht keinen Handlungsbedarf. „Der Nachschub mit Leergut ist gesichert, Engpässe sind uns nicht bekannt.“