Zähl Pixel
Konflikt

Nordkorea: Keine Wirtschaftskooperation mit Südkorea

Autos fahren auf einer Straße vor Hochäusern in Pjöngjang entlang. Zwischen Nord- und Südkorea herrscht derzeit Funkstille.

Autos fahren auf einer Straße vor Hochäusern in Pjöngjang entlang. Zwischen Nord- und Südkorea herrscht derzeit Funkstille. Foto: ---/kyodo/dpa

Zwischen Nord- und Südkorea nehmen die Spannungen schon seit längerem zu. Jetzt geht Nordkorea einen Schritt weiter.

Von dpa Donnerstag, 08.02.2024, 13:25 Uhr

Seoul. Nach seiner Einstufung Südkoreas als Feindstaat Nummer eins hat Nordkorea ein Gesetz über die Förderung der innerkoreanischen Wirtschaftszusammenarbeit abgeschafft. Ein entsprechendes Dekret habe der Ständige Ausschuss der Obersten Volksversammlung bei einer Sitzung in Pjöngjang verabschiedet, berichteten die staatlichen Medien.

Demnach wurden ebenfalls noch bestehende Abkommen über die wirtschaftliche Kooperation für nichtig erklärt. Auch wurde ein Gesetz über internationale Reisen in eine Sonderzone am Kumgang-Gebirge an der Ostküste Nordkoreas, wo beide Staaten einst ein gemeinsames Tourismusprogramm betrieben hatten, abgeschafft.

Zwischen beiden koreanischen Staaten herrscht infolge zunehmender Spannungen schon seit längerem Funkstille. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte bei einer Sitzung der herrschenden Arbeiterpartei Ende 2023 die innerkoreanischen Beziehungen als solche zwischen zwei sich bekämpfenden Staaten bezeichnet. Auch hatte er gefordert, Südkorea müsse in der sozialistischen Verfassung des Landes als Hauptfeind bezeichnet werden. Später beschloss die Oberste Volksversammlung - Nordkoreas Parlament - zudem, drei Behörden für den innerkoreanischen Dialog und die Zusammenarbeit aufzulösen.

Südkoreas Vereinigungsministerium erklärte dem öffentlich-rechtlichen Sender KBS zufolge, bestehende bilaterale Abkommen über die Wirtschaftskooperation könnten nicht einseitig aufgehoben werden. Seoul betrachte daher auch die Abkommen nicht als ungültig.

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel haben sich vor dem Hintergrund des Konflikts um das Atomwaffenprogramm Nordkoreas wieder erheblich erhöht. Nordkorea hatte in den vergangenen zwei Jahren den Umfang seiner Waffentests mit Raketen und Lenkflugkörpern deutlich erhöht und auch die Rhetorik gegen die USA und Südkorea verschärft. Washington und Seoul haben ihre Militärkooperation einschließlich gemeinsamer Manöver ausgebaut.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Kölner Dom kostet Touristen ab Juli Eintritt

Rund sechs Millionen Menschen besuchen jährlich die wohl berühmteste deutsche Kirche, den Kölner Dom. Bislang war das kostenlos. Das soll sich für Touristen bald ändern. Was bisher bekannt ist.

Was bedeutet das Ende des Bürgergelds?

Der Namen „Bürgergeld“ wird abgeschafft - aber was steckt sonst hinter der Reform der Sozialleistung? Was der Bundestag beschlossen hat - und was das bezwecken soll.

Bundestag beschließt Bürgergeld-Reform

Mehr Druck, härtere Sanktionen: Das Parlament setzt einen Schlusspunkt hinter monatelange Reformdebatten. Auf Millionen Menschen im Bürgergeld kommen Verschärfungen zu.