Zähl Pixel
Börsenstart in China

Roboterbauer Unitree startet mit über 600 Prozent Kursplus

Ein von Unitree entwickelter Roboter führt einen Tanz vor. (Archivbild)

Ein von Unitree entwickelter Roboter führt einen Tanz vor. (Archivbild) Foto: Han Chuanhao/XinHua/dpa

Humanoide Roboter gelten in China als Zukunftsindustrie. Der Börsenstart von Unitree zeigt, wie groß die Erwartungen der Anleger sind. Dabei sind die Umsätze des Unternehmens noch gering.

Von dpa 19.08.2026, 07:30 Uhr
3 Monate Premium-Zugriff auf tageblatt.de für nur 0,99 €! Jetzt sichern!

Shanghai. Der chinesische Roboterhersteller Unitree hat einen rasanten Börsenstart hingelegt. Die Aktie eröffnete am Mittwoch an der technologielastigen Star-Börse in Shanghai 629 Prozent über dem Ausgabepreis.

Anschließend gab der Kurs einen Teil der Gewinne ab. Im Vormittagshandel lag das Plus noch bei rund 500 Prozent. Die Aktie kostete damit immer noch fast sechsmal so viel wie beim Börsengang. Beim Eröffnungskurs wurde Unitree mit umgerechnet rund 57 Milliarden Euro bewertet.

Großer Ansturm auf die Aktien 

Unitree ist der erste Hersteller humanoider Roboter an einer Börse auf dem chinesischen Festland. Die anfänglich für Privatanleger vorgesehene Online-Tranche war mehr als 8.000-fach überzeichnet. Bei dem Börsengang nahm das Unternehmen umgerechnet rund 780 Millionen Euro ein.

Unitree wurde 2016 im ostchinesischen Hangzhou gegründet. Bekannt wurde das Unternehmen mit vierbeinigen Roboterhunden sowie menschenähnlichen Robotern, die rennen, tanzen oder Kampfsportbewegungen zeigen.

Hohe Bewertung bei kleinem Geschäft

Die Milliardenbewertung übersteigt die bisherigen Geschäftszahlen um ein Vielfaches. Der Umsatz hatte sich 2025 auf 1,7 Milliarden Yuan (etwa 218 Mio. Euro) mehr als vervierfacht. Der ausgewiesene Nettogewinn lag bei 278 Millionen Yuan. Nach eigenen Angaben lieferte Unitree 2025 mehr als 5.500 humanoide Roboter aus. Der breite kommerzielle Einsatz solcher Maschinen steht allerdings noch am Anfang.

Das Kursfeuerwerk reiht sich in eine Serie stark nachgefragter Börsengänge in China ein. Besonders starke Kursgewinne gab es zuletzt bei Hardware- und KI-Unternehmen aus Bereichen wie Halbleitern und Robotik, die Peking gezielt fördert. China will damit technologische Abhängigkeiten vom Ausland verringern und neue Wachstumsmotoren aufbauen.

Sorge um Deutschlands technologische Souveränität 

Die deutschen Maschinenbauer sehen die hohen globalen Investitionen in menschenähnliche Roboter mit Sorge. „Weltweit hat längst ein intensives Wettrennen um die Führerschaft in der humanoiden Robotik und damit in der „physischen KI“ begonnen“, sagt Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer beim Branchenverband VDMA. „Für Deutschland und Europa steht dabei viel auf dem Spiel: Wettbewerbsfähigkeit, technologische Souveränität und industrielle Wertschöpfung.“

Deutschland und Europa hätten exzellente Technologien, starke Industrieunternehmen, hervorragende Start-ups und eine international führende Forschung. Doch der Übergang von Innovationen in großvolumige Produktion und schnelle Marktdurchdringung gelinge nicht ausreichend. „Deutschland und Europa müssen eine umfassende Wertschöpfungskette mit heimischer Produktion kritischer Komponenten aufbauen“, forderte Rauen.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Eurowings fliegt wieder nach Dubai

Wegen der iranischen Angriffe auf die Emirate am Golf hatte Eurowings die Flüge nach Dubai gestrichen. Zum Winterflugplan traut sich die Lufthansa-Tochter zurück.