Sommerchaos auf Radwegen: Kopenhagener genervt von Touristen
Viele Kopenhagener sind täglich mit dem Rad unterwegs. Unsichere Touristen auf dem Sattel sind ihnen dabei ein Dorn im Auge. (Symbolbild) Foto: Steffen Trumpf/dpa
Unsichere Urlauber am Lenker: In der Fahrradstadt Kopenhagen sehen acht von zehn Radfahrern Touristen als Sicherheitsproblem. Die Stadt will jetzt Fahrradverleiher und Experten an einen Tisch holen.
Kopenhagen. Sie fahren mitten auf dem Radweg, können nicht richtig abbiegen - und manche haben noch nie zuvor auf einem Fahrradsattel gesessen: Ungeübte Urlauber sorgen nach Ansicht vieler Kopenhagener für Chaos auf den Radwegen. Um das Problem zu lösen, wollen zwei Bürgermeister der dänischen Hauptstadt nun ein Treffen mit Fahrradverleihern, Tourismusorganisationen und Sicherheitsexperten organisieren.
„Wir freuen uns, dass die Touristen Kopenhagen vom Fahrradsattel aus erleben wollen, aber das muss auf eine Art und Weise passieren, die sicher für diejenigen ist, die hier das ganze Jahr über wohnen“, sagte der Kopenhagener Bürgermeister für Beschäftigung, Integration und Wirtschaft, Andreas Keil. „Wenn so viele Kopenhagener sich angesichts der radfahrenden Touristen unsicher fühlen, müssen wir etwas unternehmen.“ Das Treffen soll so bald wie möglich stattfinden.
Aufruf an Kopenhagener: Habt Geduld mit den Urlaubern!
Laut einer Umfrage im Auftrag des Rats für Verkehrssicherheit aus dem Jahr 2025 sehen acht von zehn Kopenhagener Urlauber auf dem Fahrradsattel als Sicherheitsproblem. Eine ähnliche Studie für denselben Auftraggeber zeigte allerdings laut der Nachrichtenagentur Ritzau, dass viele dänische Radfahrer selbst Verkehrsregeln missachten.
Die Bürgermeister riefen die Kopenhagener deshalb auch dazu auf, für den Rest des Sommers etwas mehr Geduld mit den Gästen auf zwei Rädern zu haben: „Wir wissen, dass viele neue Radfahrer auf den Radwegen für Ärger sorgen können. Aber mit etwas mehr Aufmerksamkeit, Gelassenheit und einem rechtzeitigen Klingeln können wir aufeinander achten.“