AbonnierenAbo
Zähl Pixel
Migranten vor Ort

Spanien bittet Frontex um Hilfe bei Migrationskrise in Ceuta

Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska (Mitte) hat Frontex um Hilfe bei der Registrierung Tausender Migranten in Spaniens Nordafrika-Exklave Ceuta gebeten. (Archivbild)

Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska (Mitte) hat Frontex um Hilfe bei der Registrierung Tausender Migranten in Spaniens Nordafrika-Exklave Ceuta gebeten. (Archivbild) Foto: Francisco J. Olmo/EUROPA PRESS/dpa

Ein Gebiet kleiner als der Frankfurter Flughafen, 5.000 Migranten und wütende Proteste – wie Frontex jetzt in Spaniens Nordafrika-Exklave Ceuta helfen soll.

Von dpa 28.08.2026, 20:45 Uhr
3 Monate Premium-Zugriff auf tageblatt.de für nur 0,99 €! Jetzt sichern!

Madrid. Die Regierung in Madrid hat die EU-Grenzschutzagentur Frontex um Hilfe bei der Bewältigung der Migrationskrise in der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta gebeten. Die Anfrage sei von Innenminister Fernando Grande-Marlaska an die Generaldirektorin für Migration und Innere Angelegenheiten der Kommission, Beate Gminder, gerichtet worden, hieß es auf der Internetseite der Regierungspressestelle in Madrid. Gminder habe diese Hilfe bereits am 21. August angeboten. 

Die linke spanische Regierung steht nach einem Massenandrang Zehntausender Migranten nach Ceuta Ende Juli unter massivem Druck. Sie kann die verbliebenen Migranten aus rechtlichen Gründen nicht schnell abschieben, will sie aber auch nicht aufs Festland bringen, während Teile der Einheimischen gegen die Anwesenheit der Migranten zu rebellieren beginnen.

Spanien: Noch 5.000 Migranten in Ceuta

Am 30. und 31. Juli waren nach Angaben des Innenministers rund 72.000 Migranten von Marokko nach Ceuta geschwommen oder über Grenzzäune geklettert. Die meisten kehrten binnen Stunden zurück. Jedoch waren nach Angaben von Grande-Marlaska im Parlament am Freitag, also rund einen Monat später, noch etwa 5.000 Migranten in dem Gebiet, das nicht einmal ganz so groß wie der Frankfurter Flughafen ist. Ein Teil der knapp 85.000 Einheimischen demonstriert zunehmend gewalttätig gegen die Anwesenheit der Migranten. 

Eine kollektive Rückführung der Migranten nach Marokko ohne eine Einzelfallprüfung ist jedoch wegen des internationalen Rechts und spanischer Gerichtsurteile verboten. Die Migranten auch nur für eine vorübergehende Zeit von Ceuta, das nicht zum Schengenraum gehört, auf das spanische Festland zu bringen, hat die Regierung ausgeschlossen. 

In Spaniens Nordafrika-Exklave Ceuta haben einheimische Demonstranten ein Migranten-Lager in Brand gesetzt.

In Spaniens Nordafrika-Exklave Ceuta haben einheimische Demonstranten ein Migranten-Lager in Brand gesetzt. Foto: Marcos Moreno/EUROPA PRESS/dpa

Das würde zu heftigem Widerstand konservativ regierter Autonomer Regionen und zu erneuter Kritik von EU-Ländern an Spanien führen. Zudem könnte es gegen Schengen-Regeln verstoßen und zu einem Ausschluss Spaniens aus dem Club der Länder ohne Kontrollen an den gemeinsamen Binnengrenzen führen. Nur etwa 500 besonders schutzbedürftige unbegleitete Minderjährige sollen aufs Festland gebracht werden.

Frontex-Beamte sollen bei Registrierung der Migranten helfen

Deshalb sei Frontex nun um die Beteiligung von zehn weiteren Frontex-Beamten gebeten worden, um die Registrierung und Erstprüfung der Migranten zu beschleunigen, teilte das Innenministerium weiter mit. Die Unterstützung auch durch die EU-Asylagentur EUAA bei der Durchführung von Befragungen und der Bereitstellung von Dolmetschern im Rahmen dieses Prüfprozesses könne äußerst hilfreich sein, betonte das Ministerium. Wegen der begrenzten räumlichen Kapazitäten in Ceuta könnten diese Maßnahmen online aus der Ferne durchgeführt werden.

Die Lage in Spaniens Nordafrika-Exklave Ceuta ist zunehmend angespannt. Einheimische fordern die gewaltsame Rückführung von Migranten nach Marokko.

Die Lage in Spaniens Nordafrika-Exklave Ceuta ist zunehmend angespannt. Einheimische fordern die gewaltsame Rückführung von Migranten nach Marokko. Foto: Marcos Moreno/EUROPA PRESS/dpa

Tausende Migranten in Ceuta wollen nicht zurück nach Marokko. Sie hoffen auf ein besseres Leben in Spanien. (Archivbild)

Tausende Migranten in Ceuta wollen nicht zurück nach Marokko. Sie hoffen auf ein besseres Leben in Spanien. (Archivbild) Foto: Sven Kaeuler/dpa

Weitere Themen

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Venedig kostet 2027 an noch mehr Tagen Eintritt

Seit 2024 verlangt die Lagunenstadt in der Hauptsaison Eintritt von Touristen - anfangs an 29 Tagen. Nächstes Jahr werden es 72 sein. Mehr als zehn Euro pro Tag sollen es aber nicht werden.

Gasaustritt an Schule - Fünf Kinder verletzt

An einer Grundschule in Schwelm im südlichen Ruhrgebiet läuft ein großer Feuerwehreinsatz. Laut Polizei ist Gas ausgetreten. Zwei Lehrkräfte und fünf Kinder kommen ins Krankenhaus.

Schülerproteste auch in Italien

Wie in Frankreich gehen nun auch im Nachbarland Schüler auf die Straßen - allerdings deutlich weniger. Der Protest richtet sich auch gegen die rechte Regierung von Ministerpräsidentin Meloni.

Flugverkehr über Italien gestört

Im italienischen Luftraum gibt es Probleme mit dem Datennetz. Die nationale Flugsicherung reduziert deshalb die Aktivitäten. Einen Hacker-Angriff oder Sabotage schließt sie aus.