Zähl Pixel
Spionage

Südkorea nimmt zwei Chinesen wegen Militär-Spionage fest

Jedes Jahr führen Streitkräfte Südkoreas und der USA gemeinsame Militärübungen durch. (Archivbild)

Jedes Jahr führen Streitkräfte Südkoreas und der USA gemeinsame Militärübungen durch. (Archivbild) Foto: Lee Jin-man/AP/dpa

Zwei frühere Angehörige der chinesischen Armee sitzen in Südkorea wegen Spionageverdachts in Haft. Sie sollen kritische Informationen über US-südkoreanische Militärübungen beschafft haben.

Von dpa 11.08.2026, 10:10 Uhr
3 Monate Premium-Zugriff auf tageblatt.de für nur 0,99 €! Jetzt sichern!

Seoul. In Südkorea sind zwei chinesische Staatsbürger wegen Spionageverdachts festgenommen worden. Bei beiden Verdächtigen handelt es sich um frühere Angehörige der chinesischen Volksbefreiungsarmee, wie Südkoreas amtliche Nachrichtenagentur Yonhap berichtete. 

Einem der zwei Männer wird vorgeworfen, den Funkverkehr zwischen südkoreanischen und US-amerikanischen Kampfjets abgehört zu haben. Dafür soll der Chinese in seinen 60ern mehrfach seit Januar 2024 mit einem Touristenvisum nach Südkorea eingereist sein und in einem Hotel in der Nähe des Flughafens von Gunsan im Südwesten des Landes mit Hilfe professioneller Ausrüstung die Kommunikation zwischen Kampfjets und Fluglotsen abgehört haben.

Auf dem Flughafen Gunsan sind sowohl Einheiten der südkoreanischen als auch der US-Luftwaffe stationiert. Die Aufenthalte des Mannes in Südkorea sollen zeitlich mit gemeinsamen Luftwaffenübungen Südkoreas und den USA zusammengefallen sein. 

Der zweite Verdächtige ist ein 45-jähriger ethnischer Koreaner mit chinesischer Staatsangehörigkeit. Er soll eine Südkoreanerin angeworben haben, die auf dem US-Militärstützpunkt Camp Humphreys in Südkorea – dem größten US-Militärstützpunkt außerhalb der Vereinigten Staaten – gearbeitet hat. Sie soll von dort geheime Informationen über US-südkoreanische Militärübungen beschafft haben. 

USA haben über 28.000 Truppen in Südkorea stationiert

Beiden Männern wird nach südkoreanischem Recht die sogenannte Begünstigung des Feindes vorgeworfen. Dafür kann eine Höchststrafe von lebenslanger Haft verhängt werden.

Die US-Armee hat in Südkorea rund 28.500 Truppen stationiert und führt jedes Jahr gemeinsam mit den südkoreanischen Streitkräften Militärübungen durch. Die nächste gemeinsame Übung beginnt kommende Woche.

Weitere Themen

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Für Trump ist die Straße von Hormus wieder offen

US-Präsident Trump will das Problem mit der Straße von Hormus gelöst haben. Die Meerenge sei von Minen geräumt und werde „zu 100 Prozent“ von den USA kontrolliert. Der Iran dürfte das kaum so sehen.