Nach Anschlag von Berlin: Zehntausende beim Christopher Street Day in Hamburg
Die Hamburger Polizei spricht von einer friedlichen und ausgelassenen Stimmung bei der Demonstration zum Christopher Street Day. Foto: Georg Wendt/dpa
Nur eine Woche nach dem blutigen Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin zeigt die queere Community in Hamburg Flagge. Von Trauer ist bei dem Umzug wenig zu sehen.
Hamburg. Zehntausende Menschen sind in Hamburg zu einer Demonstration zum Christopher Street Day zusammengekommen. Sie versammelten sich nahe dem U-Bahnhof Lübecker Straße. Mit 60 Lastwagen als fahrende Bühnen von Unternehmen, Vereinen, Parteien und evangelischer Kirche setzte sich der Zug durch den Stadtteil St. Georg in Richtung Innenstadt in Bewegung. Das Motto lautet: „Solidarisch queer. Haltung zeigen – für eine Zukunft ohne Angst!“.
Die Veranstalter vom Verein Hamburg Pride erwarten rund 250.000 Teilnehmer. Die Polizei konnte zunächst keine Zahl nennen. Die Stimmung sei friedlich und ausgelassen, sagte eine Sprecherin nach Beginn der Demonstration. Es sei zu keinen Zwischenfällen gekommen. Unter den Teilnehmern waren auch mehrere Politiker von SPD und Grünen.
An der Demonstration beteiligen sich auch Politiker von SPD und Grünen. Foto: Georg Wendt/dpa
Eine Woche nach dem tödlichen Anschlag auf eine ähnliche Veranstaltung in Berlin hat die Hamburger Polizei ihr Sicherheitskonzept überarbeitet. Es sollen doppelt so viele Beamte wie bei der Demonstration im vergangenen Jahr im Einsatz sein. „Hamburg freut sich auf einen bunten und fröhlichen CSD und setzt damit ein klares Zeichen für Vielfalt und Zusammenhalt in unserer Stadt“, erklärte Innensenator Andy Grote (SPD).
Attentäter tötete eine Frau und verletzte mehr als 30 Menschen
In Berlin hatte der islamistische Attentäter Abdul B. am vergangenen Samstag mit einem Auto mehrere Menschen angefahren und weitere vermutlich mit einer Machete attackiert. Eine Frau aus Polen starb, 31 Menschen wurden verletzt. Der 21-Jährige war am Sonntagabend bei einem Polizeieinsatz erschossen worden.

Im Demonstrationszug zum Christopher Street Day in Hamburg fahren nicht nur 60 Lastwagen, sondern auch mehrere Biker. Foto: Georg Wendt/dpa
Der Sprecher von Hamburg Pride, Manuel Opitz, erklärte, man wolle sich durch den Anschlag nicht einschüchtern lassen. „Wir als queere Community können uns in unserem Schmerz auf dem CSD gegenseitig Kraft geben.“
Der Christopher Street Day wird weltweit gefeiert. Die Bewegung geht auf Ereignisse im Juni 1969 in New York zurück. Nach einer Razzia der Polizei in der Szenebar „Stonewall Inn“ kam es damals zum Aufstand von Schwulen und Lesben. Hauptschauplatz von Straßenschlachten war die Christopher Street im Künstler-Viertel Greenwich Village von New York.
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