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Fußball

Abstieg, Aufstieg, Königsklasse: Es geht um Millionen

Die Medienerlöse in 1. und 2. Fußball-Bundesliga richten sich auch nach den Leistungen der Proficlubs. (Archivbild)

Die Medienerlöse in 1. und 2. Fußball-Bundesliga richten sich auch nach den Leistungen der Proficlubs. (Archivbild) Foto: Jan Woitas/dpa

Oben winken die Champions-League-Millionen, unten droht bei einem Abstieg ein finanziell herber Schlag. Vor dem letzten Spieltag steht viel auf dem Spiel. Jeder Sprung in der Tabelle kann sich lohnen.

Von Christian Johner, dpa Freitag, 15.05.2026, 07:05 Uhr

Frankfurt/Main. Nicht nur sportlich geht es am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga um eine Menge, auch das Geld spielt eine große Rolle. Ein Champions-League-Platz spült viele Millionen Euro mehr in die Clubkassen, ein Bundesliga-Abstieg wirft die Vereine finanziell weit zurück. Und auch im Tabellenmittelfeld kann es am letzten Spieltag noch um etwas gehen - auch wenn die Partie noch so bedeutungslos scheint.

Was kostet ein Abstieg in die 2. Bundesliga?

Konkret beziffern lässt sich ein Abstieg nicht, sondern wenn überhaupt nur schätzen. Bei den Einnahmen aus den Medienerlösen hat der Gang in die 2. Liga finanzielle Folgen in Höhe von zweistelligen Millionensummen. Werder Bremens Vorsitzender der Geschäftsführung, Klaus Filbry, sprach im „Kicker“ davon, dass 20 bis 25 Millionen Euro weniger Einnahmen durch eine „signifikante Reduzierung des TV-Geldes“ möglich gewesen seien, wenn Werder in die 2. Liga gemusst hätte.

Davon abgesehen könnte ein Abstieg Folgen auf die Zuschauereinnahmen, das Merchandising und die Sponsorengelder haben. Im Fall des VfL Wolfsburg beispielsweise würde der Volkswagen-Konzern die Summe an den Club nach Angaben der „Wolfsburger Allgemeinen Zeitung“ zumindest einmal anpassen.

Wie viel Geld bringt die Champions-League-Qualifikation?

Stuttgart, Hoffenheim und Leverkusen sind noch im Rennen um den Einzug in die Königsklasse. Wer das schafft, darf sich auf einen Geldregen freuen. Das Startgeld lag nach Angaben des Europäischen Fußballverbandes UEFA in dieser Saison bei rund 18,6 Millionen Euro und war damit mehr als viermal so hoch als in der Europa League (rund 4,3 Millionen Euro).

Auch ein Sieg in der Ligaphase ist in der Champions League (2,1 Millionen Euro) deutlich mehr wert als in der Europa League (450.000 Euro). Wer wie Leverkusen in diesem Jahr ins Achtelfinale einzieht, streicht elf Millionen Euro ein. Und nicht nur 1,75 Millionen Euro wie der VfB Stuttgart in der Europa League.

Ähnliche Unterschiede dürfte es in der kommenden Saison wieder geben, auch wenn die UEFA die konkreten Zahlen noch nicht veröffentlicht hat.

Warum kann jeder Tabellenplatz zählen?

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) schüttet die Medienerlöse nach einem komplexen Schlüssel aus. Ein Kriterium ist die Säule Leistung auf Grundlage von Fünf- und Zehn-Jahrestabellen. Das bedeutet, die Verteilung richtet sich auch nach den Abschlussplatzierungen der vergangenen fünf bzw. zehn Jahre. Je besser ein Club in diesen Zeiträumen abschnitt, desto mehr Geld winkt. Die Säule Leistung umfasst mehr als 40 Prozent der gesamten Medienerlöse.

Auf den ersten Blick sportlich unbedeutende Partien können also durchaus finanzielle Folgen haben. Jeder Platz besser oder schlechter kann für die Bundesligisten einen Unterschied in Millionenhöhe ausmachen. Dem FC Augsburg beispielsweise winkt in der TV-Tabelle - auch wenn die Europapokal-Qualifikation verpasst werden sollte - durch den neunten Bundesliga-Platz ein Sprung nach oben. Das bedeutet mehr Einnahmen.

Wie groß sind die Unterschiede zwischen 2. und 3. Liga?

Auch bei einem Aufstieg bzw. Abstieg zwischen 2. und 3. Liga kommt es zu gravierenden finanziellen Auswirkungen. Der Präsident vom Drittliga-Aufstiegskandidaten Energie Cottbus, Sebastian Lemke, sagte dem RBB, dass „Welten“ zwischen den Fernsehgeldern in der 2. Fußball-Bundesliga und der 3. Liga liegen würden. Man könne den Verein bei einem Aufstieg in die 2. Bundesliga ganz anders für die Zukunft stärken, äußerte er.

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