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3. Fußball-Liga

Aufstieg auf dem Parkplatz: Osnabrück wieder zweitklassig

Der VfL Osnabrück ist wieder zweitklassig.

Der VfL Osnabrück ist wieder zweitklassig. Foto: Marc Schüler/dpa

Zum achten Mal steigt der VfL Osnabrück in die 2. Bundesliga auf. Und selten war das so überraschend wie in diesem Jahr. Allein der Moment des großen Erfolgs ist ungewöhnlich.

Von dpa Sonntag, 03.05.2026, 04:50 Uhr

Osnabrück. Die Aufstiegsparty des VfL Osnabrück fand rund 24 Stunden früher statt als geplant - und das auch noch an einem ungewöhnlichen Ort: „Das war ein Aufstieg, den ich hoffentlich das erste und letzte Mal so erlebt habe: Du stehst auf dem Parkplatz vor dem Hotel in Wiesbaden und das Ding geht über die Ziellinie“, sagte VfL-Trainer Timo Schultz.

Weil der Verfolger Rot-Weiss Essen bereits am Samstagnachmittag mit 1:6 (0:2) bei der zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart verlor, ist der souveräne Tabellenführer aus Osnabrück schon am drittletzten Spieltag dieser Drittliga-Saison nicht mehr von den beiden ersten Plätzen zu verdrängen. Das eigene Spiel am Sonntagnachmittag beim SV Wehen Wiesbaden hatte keine Bedeutung mehr. In den Kneipen der Stadt und vor dem Rathaus von Osnabrück feierten hunderte Fans die Rückkehr in die 2. Fußball-Bundesliga.

Sieg im bedeutungslosen Spiel

Die Party ging am Sonntag in Wiesbaden weiter. Obwohl die Begegnung ohne Werte war, zeigte der VfL erneut eine gute Leistung und gewann durch ein spätes Tor von Routinier Robert Tesche verdient mit 3:2. Der Rest war eine große lila-weiße Feier auf dem grünen Rasen.

„Gestern war die Feier noch mit angezogener Handbremse, aber jetzt haben wir noch eine Kabinen-Party und dann eins Rückreise im Bus. Das wird sicher etwas ausgelassener“, sagte Osnabrücks Verteidiger Niklas Wiemann bei MagentaSport. Schon vor dem Spiel stand Osnabrück auch bereits als Meister fest, weil Duisburg gegen Cottbus gewann.

Erfolgscoach lobt Aufstiegsteam

„Wir sind vollkommen verdient aufgestiegen“, sagte Schultz. „Damit war vor der Saison vielleicht nicht zu rechnen. Aber so gut, wie wir waren und so viele Punkte, wie wir geholt haben, kommt der Aufstieg nicht wie Kai aus der Kiste. Es ist eine Qualität der Mannschaft, immer wieder und immer wieder nachgelegt zu haben. Wir haben eine Mannschaft, die schwer zu schlagen ist.“

 

Achter Zweiliga-Aufstieg der VfL-Historie

Von den nun acht Zweitliga-Aufstiegen in der bewegten Geschichte des VfL Osnabrück ist dieser vielleicht der unerwartetste. Nach dem Zweitliga-Abstieg 2024 wären die Lila-Weißen in der vergangenen Saison beinahe in die Regionalliga durchgereicht worden. Nach einer spektakulären Rettung lasteten dann die Manipulations-Vorwürfe gegen und die gerichtlichen Auseinandersetzungen mit Ex-Trainer Marco Antwerpen auf dem Club.

Doch die Vereinsführung zog die richtigen Schlüsse aus dem Beinahe-Absturz. Sie stellte den VfL auch strukturell völlig neu auf und tätigte zwei Glücksgriffe: Rekordspieler Joe Enochs kehrte als Direktor Fußball zurück. Der langjährige St.-Pauli-Coach Schultz wurde neuer Trainer. 

Gemeinsam bauten sie eine Aufstiegsmannschaft auf, die längst Begehrlichkeiten geweckt hat: Der ehemalige Junioren-Nationalspieler Kevin Wiethaup (20) wird zum Karlsruher SC wechseln. An dem schnellen Offensivspieler Ismail Badjie (20) sollen bereits einige Erstligisten wie Borussia Mönchengladbach und Werder Bremen interessiert sein.

Viel Arbeit für Kaderplaner

„Wir haben viel Arbeit vor uns. Aber es lässt sich einfach arbeiten, wenn man so erfolgreich ist“, sagte Enochs. „Wir freuen uns unheimlich für die Mannschaft, für das Trainerteam, für den Verein, für alle Mitarbeiter und für alle Fans.“

Vor allem die Defensive entwickelte sich in den vergangenen Monaten zum Prunkstück des VfL. Mit nur 28 Gegentreffern hat Osnabrück die mit Abstand beste Abwehr der Liga. Der schwedische Torwart Lukas Jonsson blieb bislang 19 Mal ohne Gegentor. Zudem zeigten sich die Lila-Weißen in den Spitzenspielen nervenstark: Gegen Energie Cottbus gewann Osnabrück beide Duelle, gegen Essen gab es ein Remis und einen Sieg.

Die Spieler des VfL Osnabrück ließen sich schon vor dem Spiel feiern.

Die Spieler des VfL Osnabrück ließen sich schon vor dem Spiel feiern. Foto: Marc Schüler/dpa

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