Bilger sieht keinen Bedarf für immer neue E-Auto-Förderung
Verkehrsminister Bilger ließ sich einen E-Lkw zeigen. Foto: Marcus Brandt/dpa
Verlockende Zuschüsse vom Staat kurbeln die Nachfrage nach Elektroautos gerade wieder kräftig an. Nach dem laufenden Programm hält der Verkehrsminister so etwas dann aber nicht mehr für nötig.
Neumünster. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger sieht nach dem Ende der aktuellen Prämie für Elektroautos keinen Bedarf für immer neue staatliche Kaufanreize. „Die Förderung wird viel genutzt“, sagte der CDU-Politiker bei einem Unternehmensbesuch in Neumünster, betonte aber zugleich: „Für die Zukunft halte ich eine weitere Förderung von Elektro-Pkw nicht für erforderlich.“ E-Autos seien gut entwickelt und mittlerweile auch kostengünstig, dass sie sich dann auch so am Markt behaupten müssten.
Er glaube, dass die Chancen dafür gerade in Zeiten hoher Kraftstoffpreise gut seien, sagte Bilger. „Wir tun alles dafür, dass die Strompreise in Deutschland günstiger werden“ In der Abwägung spreche jetzt schon vieles für das E-Auto.
Fördertopf mit drei Milliarden Euro
Das Programm der schwarz-roten Bundesregierung fördert Kauf und Leasing von Elektroautos, bestimmter Plug-in-Hybride, die mit Strom und Kraftstoff fahren, sowie E-Autos mit „Reichweitenverlängerern“. Voraussetzung ist eine Neuzulassung seit 1. Januar 2026. Die Zuschuss-Höhe hängt von Fahrzeug, Einkommen und Familiengröße ab und kann bis zu 6.000 Euro ausmachen. Bis 2029 stehen drei Milliarden Euro bereit. Dies soll für 800.000 Wagen reichen.
Voranbringen will Bilger den Verkehr mit E-Lastwagen und anderen alternativen Antrieben für Transporter. Hier gebe es ein „Riesenpotenzial“ für Klimaschutz - gerade, wenn man erlebe, wie verwundbar die weltweite Kraftstoffversorgung sei und wie dramatisch Preisschwankungen sein könnten.
Bilger besuchte in Neumünster das Handelsunternehmen Bartels-Langness mit den Supermarktketten Famila und Markant, das mit Förderung des Ministeriums zwei E-Sattelschlepper in seine Logistik-Flotte aufnahm.