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TV-Auftritt

Bürgergeld kritisiert – gekündigt

Fred Göcken arbeitete nach eigenen Angaben seit mehr als 20 Jahren beim Bremer Jobcenter und in der Verwaltung.

Fred Göcken arbeitete nach eigenen Angaben seit mehr als 20 Jahren beim Bremer Jobcenter und in der Verwaltung. Foto: Focke Strangmann/Weser Kurier/dpa

Ein Jobcenter-Mitarbeiter kritisiert im Fernsehen beim ZDF das Bürgergeld-System – und verliert deshalb seinen Job. Die Hintergründe.

Von Helen Hoffmann Dienstag, 09.06.2026, 20:20 Uhr

Bremen. Die öffentliche Kritik eines Jobcenter-Mitarbeiters am Bürgergeld-System und dessen fristlose Kündigung haben die Debatte um Sozialleistungsbetrug angeheizt. Fred Göcken, der nach eigenen Angaben seit mehr als 20 Jahren beim Bremer Jobcenter und in der Verwaltung arbeitete, sagte in einer ZDF-Dokumentation, im Jobcenter gehe es vor allem darum, Geld zu zahlen.

„Geldausgeben ist unsere zentrale Aufgabe - so betrachten das viele bei uns“, sagte er in der Sendung „Am Puls mit Sarah Tacke – System Bürgergeld: Leben ohne Leistung“. Göcken geht aufgrund seiner Erfahrung und Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen davon aus, dass 30 bis 40 Prozent der Bürgergeld-Empfänger falsche Angaben machen. „Die Motivation der Leute ist, im System drinzubleiben“, sagte er und sprach von einer „Lebensalternative Bürgergeld“.

Auf den TV-Auftritt folgte die Kündigung

Nach der Sendung erhielt Göcken die fristlose Kündigung. „Natürlich werde ich mich dagegen wehren“, sagte er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur und kündigte eine Klage an. Es gehe um Meinungsfreiheit. Über den Fall hatten zuvor verschiedene Medien berichtet.

Das Bremer Sozialressort wies die Darstellungen des langjährigen Mitarbeiters zurück. „Die Behauptung, 30 bis 40 Prozent der Leistungsbeziehenden würden Sozialleistungen missbräuchlich beziehen, entbehrt jeder belastbaren Grundlage“, sagte die Senatorin für Arbeit und Soziales, Claudia Schilling (SPD), laut Mitteilung. „Solche pauschalen Aussagen verzerren die Realität, beschädigen das Vertrauen in den Sozialstaat und stellen Hunderttausende Menschen bundesweit unter Generalverdacht, die Leistungen rechtmäßig beziehen.“

Göcken sagte der dpa, es brauche bessere Rahmenbedingungen, um zu unterscheiden, wer Hilfe brauche und wer nicht. Ihm zufolge nutzen zahlreiche Menschen das System aus. „Es muss darüber gesprochen werden.“ Dass seine Aussagen einen solchen Wirbel verursachten, zeige die Befindlichkeiten, so der 60-Jährige. Das System müsse auf den Prüfstand, es gehe um sehr viel Geld.

Das Bremer Sozialressort verwies darauf, dass Göcken seit längerer Zeit in einer arbeitsrechtlichen Auseinandersetzung mit seinem Arbeitgeber ist. Göcken bestätigte, dass es vor der Kündigung eine solche Auseinandersetzung gab.

Das ZDF schrieb auf dpa-Nachfrage, dass Göcken für die Dokumentation die Summe seiner Erfahrungen und Einschätzungen aus vielen Jahren Tätigkeit im Jobcenter Bremen darstellte. „Für journalistische Recherchen sind solche Einblicke aus der Praxis von Bedeutung“, teilte eine ZDF-Sprecherin mit.

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H
Harald Schaerffer
09.06.202621:23 Uhr

Auch ich habe mir diese Reportage „Am Puls mit Sarah Tacke – System Bürgergeld: Leben ohne Leistung“am 14.05.26 angeschaut.Diese Dokumentation ist übrigens auch in der ZDF Mediathek abrufbar.Was dort gezeigt wird ist ja nicht erst seit heute bekannt.Trotzdem bleibt einem nur noch die Spuke wech.Bin mir sicher das es nur die Spitze des Eisberg ist.Unerheblich was der mutige Göcken im Vorfeld für eine Auseinandersetzung mit seinen Arbeitgeber hatte.Ist ohnehin nur ein Ablenkungsmanöver und soll die Sache eher unter den Teppich halten.Entscheidend ist was die Sahra Tacke recherchiert hat und sich nicht leugnen lässt.Das erinnert an den Fall Asylbetrug in der Landesaufnahmebehörde Braunschweig wo rund 300 Fälle von Betrug mit Mehrfachidentitäten aufgedeckt wurde(Quelle Bund der Steuerzahler).Die Personen die es aufgedeckt haben wurden auch an die frische Luft gesetzt und die Akten verschwanden tief im Keller.Und ich bleib dabei.Unser Sozialsystem wird ausgenommen wie eine Weihnachtsgans.

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