Hochschulen warnen vor Folgen geplanter Kürzungen in Hamburg
Hamburgs Landeshochschulkonferenz ist wegen der Kürzungspläne des rot-grünen Senats besorgt. (Symbolbild) Foto: Andreas Arnold/dpa
Die Hamburger Landeshochschulkonferenz ist besorgt: Die geplanten Kürzungen könnten Studienangebote und Forschung gefährden. Was fordern die Hochschulen vom Senat?
Hamburg. Angesichts klammer Kassen und drohenden Kürzungen hat die Landeshochschulkonferenz (LHK) Hamburg ein Bekenntnis des rot-grünen Senats zur Wissenschaft verlangt. „Finanzielle Rahmenbedingungen und Konsolidierungsdruck dürfen die Leistungsfähigkeit von Studium, Forschung und Innovation in Hamburg nicht gefährden“, warnte das gemeinsame Gremium von neun Hamburger Hochschulen. Zuvor hatte sich der Wissenschaftsausschuss der Bürgerschaft mit dem Entwurf des Haushaltsplans der Wissenschaftsbehörde befasst.
Landeshochschulkonferenz sehr besorgt
Die LHK blicke mit großer Sorge auf die geplanten finanziellen Rahmenbedingungen für die Hochschulen im Doppelhaushalt 2027/2028. Die Hochschulen stünden zu den kürzlich mit der Wissenschaftsbehörde vereinbarten Zielen und Leistungen. Aus Sicht der LHK droht jedoch eine Lücke zwischen diesen Verpflichtungen und den finanziellen Mitteln, die dafür zur Verfügung stehen. Bei einzelnen Hochschulen gefährdeten die Auswirkungen bereits jetzt Studienangebote.
Die Hochschulen bräuchten ein klares politisches Bekenntnis zur Wissenschaft und verlässliche finanzielle Rahmenbedingungen, sagte die LHK-Sprecherin und Präsidentin der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Ute Lohrentz. Ihr Stellvertreter und Präsident der Technischen Universität, Andreas Timm-Giel, warnte: Ist die Finanzierung der Hochschulen „nicht auskömmlich gesichert, ist nicht nur die Leistungsfähigkeit der Hochschulen gefährdet, sondern letztlich auch die Zukunftsfähigkeit Hamburgs“.
Langfristig tragfähiger Finanzierungspfad nötig
Die LHK forderte einen langfristig tragfähigen Finanzierungspfad, der die tatsächliche Kostenentwicklung berücksichtigt, die vereinbarten Leistungen absichert und den Hochschulen Planungssicherheit gibt. Nur so könnten Studienangebote, Forschung und Innovation gesichert und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschaftsstandorts Hamburg erhalten werden.
Auch die Gewerkschaft Verdi kritisierte die millionenschweren Kürzungspläne des Senats. Landesfachbereichsleiterin Hilke Stein sagte: „Am Beispiel des nun ausgesetzten Masterstudiengangs Pflege- und Therapiewissenschaften kann man die Konsequenzen einer so kurzsichtigen Politik gut ablesen.“ Wenn Studiengänge für künftige Pflegelehrkräfte aus finanziellen Gründen ausgesetzt würden, verschärfe das den Fachkräftebedarf an den Pflegeschulen und damit letztlich auch in der Pflege selbst. „Wer Fachkräfte will, muss Bildung finanzieren“, sagte Stein.