Ifo: Inflation steigt 2027 auf 3 Prozent - wenig Entspannung
Die Verbraucherpreise in Deutschland dürften noch lange erhöht bleiben, schätzt das Ifo. (Archivbild) Foto: Marcus Brandt/dpa
Wegen des ungelösten Iran-Konflikts bleibt der Druck auf die Energiepreise hoch. Das treibt die Inflation in Deutschland. Das Ifo-Institut sieht nur vorübergehend Entspannung.
München. Das Ifo-Institut erwartet vorübergehend weniger Preisdruck in Deutschland, sieht aber keine nachhaltige Entspannung bei der Inflation. Im August planten nach Angaben des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts zwar etwas weniger Firmen, ihre Preise zu erhöhen - etwa in der Industrie und im Handel. Die Ifo-Preiserwartungen sanken auf 21,2 Punkte, von 21,6 im Juli. „Dies deutet auf einen leicht nachlassenden Preisdruck über die nächsten drei Monate hin“, schrieb das Ifo.
Insgesamt dürfte die Teuerung in den kommenden Monaten aber hoch bleiben. Dieses Jahr werde die Inflationsrate voraussichtlich bei 2,8 Prozent liegen und 2027 auf 3,0 Prozent steigen, prognostiziert das Ifo.
So seien die Rohölpreise und vor allem die Marktpreise für Erdgas und Strom seit Anfang August wieder deutlich gestiegen. „Je länger der Krieg im Nahen Osten anhält und die Energiepreise hoch bleiben, desto stärker dürften mittelfristig auch die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel, Dienstleistungen und Waren steigen, da die Unternehmen die gestiegenen Kosten mit Verzögerung weitergeben“, sagt Ifo-Forscherin Tiphaine Wibault.
Im August hatten steigende Preise für Heizen und Tanken die Inflationsrate in Deutschland auf 2,9 Prozent getrieben, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitgeteilt hatte. Noch kräftiger zogen die Verbraucherpreise zuletzt Ende 2023 an.