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Faktencheck

Kohlendioxid spielt große Rolle beim Klimawandel

Ein Blick auf einen Priel im Wattenmeer zwischen Cuxhaven und der Insel Neuwerk.

Ein Blick auf einen Priel im Wattenmeer zwischen Cuxhaven und der Insel Neuwerk. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Zwei US-Wissenschaftler behaupten, dass der Kohlendioxid-Ausstoß nichts mit Klimawandel oder Extremwetter zu tun habe. Doch ihr Text steht im Widerspruch zur Forschung.

Von dpa Freitag, 19.06.2026, 04:50 Uhr

Eine Vielzahl wissenschaftlicher Untersuchungen belegt, dass von Menschen produziertes Kohlendioxid (CO2) Auswirkungen auf das globale Klima hat. Dennoch tauchen immer wieder Einzelmeinungen auf, die diesen Effekt in Frage stellen. Der „Deutschlandkurier“ behauptet: Zwei US-Professoren hätten bewiesen, dass CO2 weder an der Erderwärmung noch an Wetterextremen schuld sei. Auch auf X wird diese Behauptung geteilt. Was ist da dran?

Bewertung

Die Aussage, dass Kohlendioxid-Ausstoß keine globale Erwärmung verursache oder keinen Einfluss auf Extremwetter habe, widerspricht der überwältigenden Mehrheit übereinstimmender wissenschaftlicher Forschungsergebnisse.

Fakten

Die Behauptungen widersprechen Forschungsergebnissen renommierter und unabhängiger Institute, wie die Helmholz Klima-Initiative zusammenfasst: „Weit mehr als 90 Prozent der Klimaforscher sind überzeugt, dass der Mensch den gegenwärtigen Klimawandel verursacht.“

Zum Beispiel dokumentieren der Weltklimarat (IPCC), die US-Wetterbehörde NOAA, der Deutsche Wetterdienst (DWD) und die Weltraumbehörde NASA sehr detailliert die Auswirkungen von steigendem CO2-Ausstoß auf das globale Klima.

Seit Jahrzehnten befassen sich voneinander unabhängige Institute mit dem sogenannten Treibhauseffekt. Die internationale Forschungsgemeinschaft ist sich auf Grundlage dessen einig: Der menschengemachte CO2-Ausstoß führt zu einem globalen Temperaturanstieg. Dabei werden wissenschaftliche Standards erfüllt: So müssen Forschungsergebnisse transparent sein.

Darüber hinaus ist der Zusammenhang zwischen globaler Erwärmung und der Häufung von Extremwetter wie Hitzewellen, Starkregen, oder Dürren gut dokumentiert, wie auf der Webseite des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus nachzulesen ist. Zwar lässt sich nicht jedes einzelne Ereignis direkt auf CO2 zurückführen, doch ist eine Häufung von Extremwetter durch den Klimawandel sehr wahrscheinlich.

Zweifelhafter Blog für Veröffentlichung

Der Text mit den Behauptungen wurde auf dem Blog „Watts Up With That?“ veröffentlicht. Ob das Paper von Lindzen und Happer nach dem in der Wissenschaft gängigen Peer-Review-Verfahren geprüft wurde, ist nicht ersichtlich. Das Gegenlesen anderer Expertinnen und Experten soll vor einer Veröffentlichung gewährleisten, dass Forschungsergebnisse nachvollziehbar, unvoreingenommen und zuverlässig sind.

Beide Autoren sind prominente Kritiker des Treibhauseffekts. Ihrer Positionen wird in der internationalen Forschungsgemeinschaft widersprochen - sogar sehr prominent aus dem US-Forschungsinstitut MIT in einem offenen Brief an Präsident Donald Trump. Die MIT-Klimafakultät distanziert sich dabei dezidiert von den Beiträgen ihres emeritierten Kollegen Lindzen.

Darüber hinaus fallen die Autoren durch ihre Nähe zu Lobbyorganisation der fossilen Industrie auf, wie etwa in einer investigativen Recherche von Greenpeace berichtet wird.

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J
Jochen Mextorf
20.06.202610:20 Uhr

dpa ++ bedarf der Nachhilfe, wie viele >Wissenschaftler< auf diesem Gebiet: >> Die richtige Bezeichnung lautet >> KOHLENSTOFFDIOXID. Und nicht > Kohlendioxid.

H
Helmut Erb
19.06.202619:20 Uhr

Ein ganzes Jahr haben die sogenannten Faktenchecker der dpa gebraucht, um diese dürftige Sammlung von Allgemeinplätzen zusammenzustellen. Dabei stützen sie sich im wesentlichen auf die große Zahl der Wissenschaftler, die CO2 als Ursache für den menschengemachten(!) Klimawandel einstufen.
Dazu drängt sich Einstein auf: "Wenn ich falsch läge, würde einer genügen", als er von dem Buch "Hundert Autoren gegen Einstein" hörte.
Solange dpa die Katastrophe an der Ahr immer wieder als Beweis für den menschengemachten Klimawandel anführt, ist deren Glaubwürdigkeit nahe Null. Der Artikel ist Werbung für „What’s up with that?“ Bestimmt nicht gewollt, aber sehr gelungen.

J
Jochen Mextorf antwortete am
20.06.202610:07 Uhr

Profecto.

J
Jochen Mextorf
19.06.202612:32 Uhr

Falsifizieren der atmosphärischen CO2-Treibhauseffekte im Rahmen der Physik. 2015 - 130 Seiten. Frei verfügbar im Internet. (Gerlich/Tscheuschner)

C
Christian Ückert antwortete am
19.06.202613:15 Uhr

Kommentar von der Redaktion gelöscht. Links und externe Quellen dürfen gemäß Nutzungsregeln nicht unkommentiert gepostet werden // TAGEBLATT online

B
Britta Feindt
19.06.202609:08 Uhr

Hallo Herr Mextorf, es gibt umfangreiche wissenschaftliche Belege dafür, dass steigende CO2-Konzentrationen die Erdatmosphäre erwärmen. Sonne, Wolken und andere Faktoren beeinflussen das Klima ebenfalls, erklären jedoch den beobachteten Temperaturanstieg der letzten Jahrzehnte nicht vollständig. Die Aussage, es gebe „keinen wissenschaftlichen Beweis“, entspricht daher nicht dem Stand der Forschung. Das TAGEBLATT-Team.

J
Jochen Mextorf antwortete am
20.06.202610:14 Uhr

Die verhängnisvolle Neigung der Menschheit, über etwas, das nicht länger zweifelhaft ist, nicht weiter nachzugrübeln, ist die Ursache der Hälfte all ihrer Irrtümer. Ein zeitgenössischer Schriftsteller sprach sehr richtig von > dem tiefen Schlummer einer unbestrittenen Meinung <. (John Stuart Mill > Über die Freiheit <)

J
Jochen Mextorf
19.06.202607:22 Uhr

dpa-CO2-Märchenstunde. Kein wissenschaftliche Beweis. Nur überwältigende Überzeugungen. Sonne und Wolken sowie saubere Luft lassen die Erde erwärmen.

C
Christian Ückert antwortete am
19.06.202610:05 Uhr

Können Sie denn Ihre eigene Aussage beweisen, Herr Mextorf? Oder sind Sie nur von Ihrer Überzeugung überwältigt?

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