Schäferwechsel am Elbdeich: Westfale kommt mit mehr als 1000 Schafen
Im April soll ein neuer Schäfer nach Kehdingen kommen (Symbolbild). Foto: Lars Penning/dpa
Neue Schafe für die Elbdeiche: Ein Wanderschäfer aus Lünen übernimmt die Deichpflege im Abschnitt Südkehdingen - und bringt gleich die richtige Herdengröße mit.
Drochtersen. Elias Konze, Wanderschäfer in dritter Generation, übernimmt Mitte April den Auftrag des Deichverbands Kehdingen-Oste. Die Schäferei Konze hat ihren Sitz im westfälischen Lünen.
Zwei Schäfer regelmäßig vor Ort
Etwa 1100 Muttertiere werden dann in die Gemeinde Drochtersen transportiert, so Deichgraf Jens Oltmann, verantwortlich für den Abschnitt Südkehdingen.
Das sei eine gute Anzahl, sagt Oltmann. Mit den Lämmern, die im Frühjahr zur Welt kommen, könne die Herde im Sommer auf bis zu 2000 Tiere anwachsen. Im Tagesgeschäft werden zwei Schäfer vor Ort die Tiere betreuen und die Flächen im Blick behalten.
Schäfer und Metzger aus NRW
Konze ist nicht nur Schäfer, sondern auch ausgebildeter Metzger. Auf dem heimischen Hof stehen neben Schafen auch Ziegen und Highlandrinder. Ein eigenes Schlachthaus gehört ebenfalls zum Betrieb.
Schafe sind für die Deichpflege unverzichtbar. Ihr gleichmäßiger Verbiss hält das Gras kurz und dicht, ihre Hufe verdichten den Boden - beides stärkt den Deich und macht ihn widerstandsfähiger gegen Hochwasser.
Genau die passende Besatzdichte für die Deichfläche ist dabei entscheidend - weder zu viele noch zu wenige Schafe. Genau hier lag das Problem mit dem bisherigen Schäfer.
Früherer Schäfer hatte zu wenige Tiere
Daniel Reuscher aus Winsen/Luhe hatte den Auftrag 2024 übernommen. Mit knapp 500 Schafen und sechs Hunden pflegte er 20 Kilometer Deich.
Die Zusammenarbeit endete nach nur zwei Jahren, weil die Herde zu klein für die Fläche war. „Um den Deich vernünftig nach den Vorstellungen des Deichverbands zu pflegen, bräuchte ich das Doppelte an Schafen“, hatte Reuscher damals dem TAGEBLATT gesagt.
Den Weg zu seinem Nachfolger ebnete die Schäferfamilie Mintert. Diese stammt ebenfalls aus Nordrhein-Westfalen und hatte vor Reuscher fast vier Jahrzehnte die Elbdeiche beweidet. Sie vermittelte den Kontakt zu Konze. (lw)
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