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Schoko-Preisexplosion und Kaffeeschwund: Mogelpackung des Jahres gesucht

Diese Lebensmittel aus Supermarkt und Discounter stehen zur Wahl als "Mogelpackung des Jahres 2025".

Diese Lebensmittel aus Supermarkt und Discounter stehen zur Wahl als "Mogelpackung des Jahres 2025". Foto: Verbraucherzentrale Hamburg

Welcher Hersteller täuscht beim Preis? Die Verbraucherzentrale Hamburg sucht die Mogelpackung des Jahres. Diese fünf Produkte sind nominiert.

Von Redaktion Mittwoch, 14.01.2026, 05:50 Uhr

Verbraucher können ab sofort online ihre Stimme für die „Mogelpackung des Jahres“ abgeben. Die Verbraucherzentrale Hamburg ruft zur jährlichen Abstimmung auf. Ziel der Wahl sei es, besonders dreiste Fälle von versteckten Preiserhöhungen, sogenannte Shrinkflation, sichtbar zu machen und aufzuklären, erläutert die Verbraucherzentrale in einer Pressemitteilung.

Fünf Produkte stellen die Hamburger Verbraucherschützer zur Wahl. Bei diesen Lebensmitteln hätten Hersteller oder Händler den Preis intransparent erhöht, meist durch geringere Füllmengen bei gleichbleibendem oder sogar steigendem Preis.

Diese Produkte stehen zur Wahl als „Mogelpackung des Jahres 2025“

Milka-Schokolade.

Milka-Schokolade. Foto: Verbraucherzentrale Hamburg

Milka-Schokolade von Mondelez

Bei der Milka Alpenmilch sinke die Füllmenge von 100 auf 90 Gramm, während der Preis der Schokoladentafel nahezu zeitgleich von 1,49 auf 1,99 Euro steige, so die Verbraucherzentrale. Das ergebe eine Preiserhöhung von mehr als 48 Prozent. Zudem sei das neue Gewicht auf der Verpackung oft vom Umkarton verdeckt.

Backmischung "Käse-Streusel" von Dr. Oetker.

Backmischung „Käse-Streusel“ von Dr. Oetker. Foto: Verbraucherzentrale Hamburg

Käse-Streusel-Backmischung von Dr. Oetker

Dr. Oetker verkauft die Backmischung Käse-Streusel den Angaben nach als neues Produkt, obwohl sich an der Rezeptur kaum etwas geändert hat. Dafür sei der fertig gebackene Kuchen nur noch etwa halb so groß. Bezogen auf die Füllmenge steige der Preis um knapp 90 Prozent.

"XXL Schoko-Hafer-Müsli" von Kölln.

„XXL Schoko Hafer-Müsli“ von Kölln. Foto: Verbraucherzentrale Hamburg

„XXL Schoko Hafer-Müsli“ von Kölln

Kölln mache aus einem „Vorratspack“ einen „XXL Pack“ und reduziere die Füllmenge drastisch – von 1.700 auf 1.050 Gramm. Trotz des gesenkten Verkaufspreises im Handel sei das Müsli knapp 30 Prozent teurer, meldet die Hamburger Verbraucherzentrale.

"Penne Pomodoro Mozzarella" von Knorr.

„Penne Pomodoro Mozzarella“ von Knorr. Foto: Verbraucherzentrale Hamburg

„Penne Pomodoro Mozzarella“ von Knorr

Ein Störer auf dem Nudel-Fertiggericht verspricht mehr Inhalt, doch für Verbraucher wird es nach Angaben der Verbraucherschützer teurer. Der Preis steige stärker als die Füllmenge. „Unterm Strich eine Preiserhöhung von 29 Prozent“.

"3in1 Classic Kaffeesticks" von Jacobs.

„3in1 Classic Kaffeesticks“ von Jacobs. Foto: Verbraucherzentrale Hamburg

„3in1 Classic Kaffeesticks“ von Jacobs

Zwar bleibe die Anzahl der Sticks bei Jacobs 3in1 Classic gleich, doch in jedem Stick sei weniger Kaffeepulver. Insgesamt schrumpfe der Inhalt laut Verbraucherzentrale von 180 auf 120 Gramm. Bezogen auf die Füllmenge werde das Instantgetränk bei einem etwas höheren Verkaufspreis um 56 Prozent teurer.

Weniger Inhalt, gleicher Preis – Ein zunehmendes Problem im Supermarkt

Im vergangenen Jahr erweiterte die Verbraucherzentrale Hamburg ihre Mogelpackungsliste um 77 neue Produkte – die zweithöchste Zahl seit Beginn der Erhebungen. Das entspricht einem Anstieg von rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Besonders alarmierend: Die durchschnittliche versteckte Preiserhöhung der veröffentlichten Produkte lag bei 28,4 Prozent. Laut Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) betrug die offizielle Teuerungsrate für Nahrungsmittel bis einschließlich Ende November im Durchschnitt lediglich 2,1 Prozent.

„Diese Zahlen zeigen deutlich, dass Hersteller und Händler versteckte Preiserhöhungen gezielt nutzen, um Verbraucherinnen und Verbraucher besonders stark zur Kasse zu bitten“, erklärt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Versteckte Preiserhöhungen: Verbraucherschützer fordern diese Regeln

Auch aus Sicht der Verbraucher ist Shrinkflation inakzeptabel. 76 Prozent der Deutschen fühlen sich laut einer Studie des Portals Lebensmittelklarheit durch versteckte Preiserhöhungen getäuscht, weil man weniger Inhalt in einer Verpackung schnell übersieht. Die Verbraucherzentrale Hamburg unterstützt die Forderungen nach klaren gesetzlichen Regeln. Dazu zählen:

  • eine verpflichtende Kennzeichnung von Mengenreduktionen auf der Verpackung,
  • gut sichtbare Hinweisschilder im Handel,
  • kleinere, ressourcenschonende Verpackungen, die dem Inhalt entsprechen.

„Keiner kauft gern Luft – und niemand sollte für weniger Inhalt mehr bezahlen, ohne es klar zu erkennen“, so das Fazit von Verbraucherschützer Valet.

So funktioniert die Abstimmung zur „Mogelpackung des Jahres“

Die Online-Wahl der Verbraucherzentrale Hamburg läuft bis Dienstag, den 20. Januar 2026, 16 Uhr.

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