Wegen Krankheiten: Sorge um den Grünfink in Stader Gärten
Der Grünfink leidet seit Jahren unter Krankheiten wie der Trichomonaden-Infektion („Grünfinkensterben“). Foto: Reinhard Paulin
Bei der „Stunde der Gartenvögel“ sollten Bürger Ausschau nach heimischen Piepmätzen halten. Die Resultate zeigen Auffälligkeiten.
Stade. An der bundesweiten „Stunde der Gartenvögel“ beteiligen sich jedes Jahr zehntausende Menschen. Dabei werden eine Stunde lang alle Vögel im Garten, Park oder auf dem Balkon gezählt und gemeldet. Die Aktion liefert wichtige Hinweise zur Entwicklung häufiger Vogelarten in Deutschland.
Die diesjährige „Stunde der Gartenvögel“ zeigt für die Landkreise Cuxhaven, Rotenburg (Wümme), Osterholz, Harburg und Stade insgesamt ein stabiles Bild der heimischen Vogelwelt.
Besonders häufig wurden erneut Haussperlinge, Kohlmeisen, Blaumeisen und Amseln gemeldet. Auffällig sind jedoch die unterschiedlichen Entwicklungen innerhalb der Finkenvögel.
Während des Zählwochenendes im Mai wurden in der Region mehr als 13.000 Vögel erfasst. Die hohe Beteiligung sorgt für eine besonders aussagekräftige Datengrundlage zur Entwicklung der heimischen Vogelwelt.
Haussperlinge baden in einer Vogeltränke. Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa
Kreis Stade: Mehr Vögel gezählt
„Die Ergebnisse zeigen, dass viele typische Gartenvögel in unserer Region weiterhin gute Lebensbedingungen finden. Gleichzeitig sehen wir bei einigen Finkenarten deutliche Warnsignale“, erklärt Jana Jensen von der NABU-Regionalgeschäftsstelle Elbe-Weser.
Der Haussperling ist weiterhin auf Platz eins; er behauptet auch 2026 in allen fünf Landkreisen seine Spitzenposition. Im Kreis Stade wurden im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht steigende Zahlen registriert. Insgesamt deutet vieles darauf hin, dass sich die Bestände des beliebten „Spatzen“ regional stabilisiert haben.
Auch Kohlmeise, Blaumeise und Ringeltaube wurden ähnlich häufig wie im Vorjahr beobachtet. Die Amsel zeigt nach den schwierigen Jahren durch das Usutu-Virus ebenfalls wieder stabilere Zahlen.
Infektion verursacht Grünfinkensterben
Im Mittelpunkt der Auswertung stehen die Finkenvögel, darunter Buchfink, Grünfink, Stieglitz, Gimpel und Girlitz. Hier zeigen sich regional teils deutliche Unterschiede.
Besonders der Grünfink bereitet weiterhin Sorge. Die Art leidet seit Jahren unter Krankheiten wie der Trichomonaden-Infektion („Grünfinkensterben“). Vor allem in dichter besiedelten Bereichen der Landkreise Harburg und Stade wurden vergleichsweise niedrige Zahlen gemeldet.
Positiver entwickelt sich dagegen der Stieglitz. Die farbenfrohe Art profitiert offenbar zunehmend von naturnahen Gärten, Wildblumenflächen und mehr samenreichen Pflanzen. Vor allem in ländlicheren Bereichen der Landkreise Rotenburg und Cuxhaven wurden stabile bis leicht steigende Beobachtungen registriert.
Beim Buchfink zeigen sich regional schwankende Ergebnisse, ein flächiger Bestandsrückgang ist derzeit nicht erkennbar.
Positiv: Hohe Resonanz
Auffällig war 2026 auch die deutlich höhere Beteiligung an der Mitmachaktion: Im Vergleich zum Vorjahr haben 32 Prozent mehr Menschen in der Elbe-Weser-Region an der Vogelzählung teilgenommen. Mehr Beobachtungen sorgen für belastbarere Ergebnisse und ermöglichen einen besseren Überblick über die Entwicklung der Vogelwelt in der Region.
Die NABU-Regionalgeschäftsstelle ruft weiterhin dazu auf, Gärten vogelfreundlich zu gestalten: heimische Sträucher pflanzen, Wildblumen wachsen lassen, auf Pestizide verzichten, Wasserstellen anbieten und Brutplätze erhalten. Besonders Finkenvögel profitieren von samenreichen Pflanzen und strukturreichen Gärten. (sal)

Der Grünfink leidet seit Jahren unter Krankheiten wie der Trichomonaden-Infektion („Grünfinkensterben“). Foto: Reinhard Paulin
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