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Am 1. Januar im Fernsehen

Was der Dirigent Muti mit dem Wiener Neujahrskonzert erhofft

Der Italiener Riccardo Muti wird zum siebten Mail das Neujahrskonzert aus Wien dirigieren. (Archivfoto)

Der Italiener Riccardo Muti wird zum siebten Mail das Neujahrskonzert aus Wien dirigieren. (Archivfoto) Foto: Matthias R�der/dpa

Maestro Riccardo Muti wird zum siebten Mal das Neujahrskonzert dirigieren. Es soll eine wichtige Botschaft senden. Und das letzte Neujahrskonzert sein, das der 83-Jährige dirigiert.

Von dpa Dienstag, 31.12.2024, 07:05 Uhr

Wien. Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker soll nach den Worten von Dirigent Riccardo Muti eine Botschaft von Harmonie, Schönheit und Frieden senden. Es gehe nicht darum, den populären Walzer „An der schönen blauen Donau“ zum x-ten Mal zu spielen. „Wir hoffen, dass die Wellen der „blauen Donau“ Schiffe voller Schönheit und Liebe antreiben“, sagte Muti ein paar Tage vor dem Konzert in Wien. 

Das vom ORF übertragene Konzert wird am 1. Januar weltweit von 93 TV-Stationen ausgestrahlt - in Deutschland vom ZDF (11.15 bis 13.45 Uhr).

Das Neujahrskonzert 2025 widmet sich vor allem dem „Walzerkönig“ Johann Strauss, dessen 200. Geburtstag gefeiert wird. Außerdem wird erstmals in der Geschichte des Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker die Komposition einer Frau erklingen. Der „Ferdinandus-Walzer“ der damals erst zwölfjährigen Constanze Geiger sei „gute Musik“, sagte Muti mit Blick auf etwaige Gedanken, dass der Walzer aus Rücksicht auf Geschlechter-Debatten im Programm sei.

Kritik an Sparprogrammen vieler Regierungen 

Muti kritisierte wegen der verbreiteten Kultur-Sparprogramme Regierungen, die den Wert von Kultur und Musik nicht erkennen würden. „Wir brauchen Musik mehr und mehr. Musik ist ein Medikament“, so der 83-Jährige. Asien scheine sich dessen sehr bewusst zu sein, sagte Muti kürzlich der österreichischen Tageszeitung „Kurier“. In China würden Konzerthäuser und Konservatorien gebaut. Das südkoreanische Seoul allein betreibe 22 Orchester. 

Stille statt Worte

Dabei bekannte sich der Maestro zur Bedeutung der Stille - statt dem Verbreiten „gefährlicher Worte“. „Wörter sind das Problem in dieser Welt. Worte können töten.“ Musiker könnten ein lautloses Innehalten des Publikums genau interpretieren. Es gebe die Ruhe voller Bedeutung, Zuwendung und Achtsamkeit. Andererseits: „Wir spüren, wenn es sich um Stille voller Leere handelt.“

Mehr als 500 gemeinsame Konzerte

Muti und die Wiener Philharmoniker verbindet eine jahrzehntelange Beziehung, die weit über das Kollegiale hinausgehe, sagte Orchester-Vorstand Daniel Froschauer. Zusammen haben sie den Angaben des Orchesters zufolge bisher mehr als 500 Konzerte gegeben. Für Muti ist es bereits das siebte Neujahrskonzert unter seiner Leitung. „Es ist das letzte Mal“, legte sich der 83-Jährige fest.

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