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Autobahnprojekt

Nächste Klage gegen A20: BUND geht gegen Abschnitt 7 vor – NABU nicht

Wenn sie fertig ist, bietet die A20 eine nördliche Umfahrung Hamburgs und eine Elbquerung westlich der Stadt. (Archivbild)

Wenn sie fertig ist, bietet die A20 eine nördliche Umfahrung Hamburgs und eine Elbquerung westlich der Stadt. (Archivbild) Foto: Carsten Rehder/dpa

Während der BUND gegen den geplanten Abschnitt 7 der A20 klagen will, verzichtet der NABU auf rechtliche Schritte – trotz verbleibender Bedenken beim Umwelt- und Artenschutz.

Von dpa Donnerstag, 02.04.2026, 15:30 Uhr

Kiel. Die Planung der Autobahn 20 in Schleswig-Holstein kommt weiterhin nur mühsam voran. Gegen den Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt 7 zwischen der A23 und der Elbe im Kreis Steinburg will der BUND klagen, der NABU jedoch nicht. BUND-Landesgeschäftsführer Ole Eggers kündigte den Gang vor das Verwaltungsgericht an. Einzelheiten dazu sollen im Laufe des Tages mitgeteilt werden.

NABU: Verzicht auf Klage ist kein Einverständnis mit A20

Der NABU sieht nach Prüfung der Planunterlagen nach eigenen Angaben zwar mehrere Ungenauigkeiten und fachliche Schwächen, sieht jedoch keinen Anlass für eine Klage. „Unser Verzicht auf die Klage ist kein Einverständnis mit der A20“, teilte der Landesvorsitzende Alexander Schwarzlose mit. Der Verband erkenne aber an, dass die Prüfung insgesamt sorgfältiger als bei anderen Abschnitten der Vergangenheit erfolgt sei. „Unsere verbleibenden Bedenken genügen nicht, um hier eine Klage zu rechtfertigen.“

Zweifel des NABU beziehen sich den Angaben zufolge zum Beispiel auf vorgesehenen Kompensationsmaßnahmen für den Kiebitz oder auf das Thema Wasser. Die von Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) in Aussicht gestellten Nachverhandlungen seien der geeignetere Weg zu Verbesserungen als eine Klage.

A20 bietet Ost-West-Verbindung im Norden und neue Elbquerung

Der NABU steht weiter kritisch zu dem Autobahnprojekt, das von seinem jetzigen Ende bei Bad Segeberg in einem Bogen bis zur Elbe bei Kollmar geführt werden soll. Dort soll die Autobahn die Elbe unterqueren und in Niedersachsen weiter in Richtung Südwesten verlaufen. In Schleswig-Holstein würde eine neue Ost-West-Verbindung entstehen. Außerdem würde der Elbtunnel in Hamburg von Verkehr entlastet. Zuletzt war der Rechtsstreit über den Abschnitt zur südlichen Umfahrung von Bad Segeberg nach jahrelangem Stillstand mit einem Kompromiss und dem Zurückziehen der Klagen der Umweltschutzverbände beendet worden.

Nach Überzeugung des NABU unter Berufung auf das Umweltbundesamt ist die A20 das umweltschädlichste Infrastrukturvorhaben Deutschlands. Allerdings habe die Qualität der Planungen spürbar zugenommen. Die umweltschädlichen Auswirkungen könnten damit besser bewältigt werden.

Der BUND begründet seine Klage wesentlich mit dem Klimawandel, vor dessen Hintergrund der Bau neuer Autobahnen nicht zu rechtfertigen sei. Nach Angaben des BUND-Landesvorsitzenden Dietmar Ulbrich würden für den Abschnitt rund 300 Hektar Land versiegelt. Nach Eggers‘ Auffassung verstößt die Planung vermutlich gegen Naturschutz- und Artenschutzrecht sowie gegen das EU-Wasserrecht in dem Marschgebiet.

Planfeststellungsbeschluss liegt seit Januar vor

Im November 2007 wurde nach Angaben der Infrastrukturgesellschaft Deges erstmals ein Planfeststellungsverfahren für den Bauabschnitt 7 eingeleitet. Der Planfeststellungsbeschluss mit Sofortvollzug erging am 22. Januar 2026.

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