Dorf im Kreis Stade holt Medaille bei „Dorf-Europameisterschaft“
Die Jury machte sich vor Ort ein Bild von der Dorfregion „Vier Nordlichter im Land der Gezeiten“ - und auch vom kleinen Baljer Leuchtturm. Foto: Müller
Die Jury lobt den Gemeinsinn der „Vier Nordlichter“. Vier Dörfer aus der Region stellten sich dem europaweiten Dorf-Wettbewerb - darunter Balje und Hörne.
Balje. Nein, gewonnen haben sie nicht. Aber wer sich als Neuling nach nur drei Jahren im Dorfentwicklungsprogramm in den Europa-Vergleich wagt, gewinnt schon durch den olympischen Gedanken. Und in diesem Fall eine Bronze-Medaille.
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Beim Wettbewerb ging es um den European Village Renewal Award (EVIRA). 25 Dörfer und Dorfregionen aus ganz Europa hatten sich um die Auszeichnung beworben. Die Region in Graubünden in der Schweiz hat ihn gewonnen.
Dörfer nehmen ihre Zukunft in die Hand
Die „Vier Nordlichter im Land der Gezeiten“ stellten sich einer starken Konkurrenz: Ausrichterin des Wettbewerbs ist die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung - und die lege Wert darauf, dass sich ausschließlich Top-Projekte mit einem sehr hohen Niveau bewerben, teilt May-Britt Müller für die Dorfregion mit.
Alle Regionen befänden sich in „ausgesprochen zukunftsweisenden Entwicklungsprozessen“, so die ARGE. Die „Vier Nordlichter im Land der Gezeiten“ mit den Dörfern Geversdorf, Cadenberge (Süd), Balje und Hörne gingen für Niedersachsen an den Start; sie waren vom Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz nominiert worden.
Jury gibt der Dorfregion ein gutes Feedback
Die Region ist seit 2023 im Dorfentwicklungsprogramm des Landes und hat insbesondere mit den Aktivitäten des Dorftreffs Balje und der Geversdorfer Dorfgemeinschaft eine gute Kommunikationskultur entwickelt.
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Ende Mai hatte sich die dreiköpfige Jury vor Ort ein Bild gemacht. Was sie gesehen hat, klingt im Feedback der ARGE so: „Viele Projekte entstehen aus dem direkten Austausch zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Kommunen und werden von bemerkenswertem ehrenamtlichen Engagement getragen.
Besonders hervorzuheben ist die Bereitschaft, Zukunftsfragen gemeinsam anzugehen. Ob soziale Infrastruktur, Mobilität, Ehrenamt oder gesellschaftlicher Wandel – die beteiligten Gemeinden entwickeln tragfähige Lösungen zur Sicherung der Lebensqualität.“
Dörfer rücken für Wettbewerb noch enger zusammen
Baljes Bürgermeisterin Rike Feil und Frank Thielebeule, Gemeindedirektor in Cadenberge, freuen sich über die Anerkennung in Form einer Bronze-Medaille: „Für uns war die Teilnahme am Wettbewerb bereits ein Erfolg, da wir bei der Vorbereitung der Jury-Bereisung noch enger zusammengerückt sind und Pläne für unsere zukünftige Zusammenarbeit gemacht haben. Wir sind erst seit drei Jahren im Dorfentwicklungsprogramm des Landes Niedersachsen und haben noch einiges vor.“
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Lienhard Varoga, Dezernatsteilleiter des Amtes für regionale Landesentwicklung, Geschäftsstelle Bremerhaven, hat die Dorfregion von Anfang an begeistert: „Schon die Abgabe des Antrags in 2021, für den 30 engagierte Menschen mit Börtebooten auf der Oste von Hechthausen nach Gräpel geschippert sind, war beeindruckend.“ Auch die bereits umgesetzten, privaten wie kommunalen Projekte zeigten, „dass die Menschen in der Region viele Ideen haben“.
Delegation reist zum Europa-Dorf-Treff nach Tschechien
Alle zwei Jahre wird der Europäische Dorferneuerungspreis ausgelobt. Herzstück des Awards ist die Preisverleihung im Siegerdorf des vorherigen Gewinners.
Vom 10. bis 12. September treffen sich um die 1000, die sich engagieren, in Kostelní Lhota in Tschechien, um an Workshops, Besichtigungen und Gesprächsrunden teilzunehmen. Und dann ist auch eine kleine Delegation der „Vier Nordlichter im Land der Gezeiten“ dabei.
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Durch den europäischen Wettbewerb ist auch die landkreisübergreifende Dorfregion noch ein Stück weiter zusammengewachsen. Die Engagierten arbeiteten Hand in Hand. Foto: Müller