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Agrarland Niedersachsen

Düngung im Land verbessert – Gewässer bleiben belastet

Ein Kartoffelfeld kurz vor der Ernte. Laut einem aktuellen Bericht werden die rechtlichen Vorgaben zur Stickstoffdüngung auf Landesebene eingehalten. (Symbolbild)

Ein Kartoffelfeld kurz vor der Ernte. Laut einem aktuellen Bericht werden die rechtlichen Vorgaben zur Stickstoffdüngung auf Landesebene eingehalten. (Symbolbild) Foto: Ole Spata/dpa

Weniger Gülle, strengere Regeln – doch das Wasser bleibt belastet. Woran liegt’s? Was der neue Nährstoffbericht verrät und warum viele Landwirte auf neue Vorgaben warten.

Von dpa Montag, 15.06.2026, 13:10 Uhr

Hannover. Die niedersächsische Landwirtschaft düngt nach Einschätzung des Agrarministeriums inzwischen gezielter – in Grundwasser und Flüssen zeigt sich diese Entwicklung aber bislang kaum. Das geht aus dem neuen Nährstoffbericht der Landwirtschaftskammer hervor, den Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte (Grüne) vorstellte.

Bundesweite Obergrenze erstmals seit Jahren wieder eingehalten

Demnach werden die rechtlichen Vorgaben zur Stickstoffdüngung auf Landesebene eingehalten. Auch die bundesweit festgelegte Obergrenze für Stickstoff aus organischen Düngemitteln wie Gülle und Mist wird rechnerisch erstmals seit Jahren wieder auf Kreisebene eingehalten. Der Anfall von Dung und Gärresten aus Tierhaltung und Biogasanlagen ging leicht zurück.

Gleichzeitig bleiben die Nährstoffbelastungen in Gewässern vielerorts hoch. Nur an einem Teil der Grundwassermessstellen ist laut Bericht ein positiver Trend erkennbar. Bei vielen Messstellen veränderten sich die Nitratwerte nicht signifikant, an einigen stiegen sie sogar. Auch die Oberflächengewässer seien weiter weit von den Zielen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie entfernt.

Fortschritt bei Düngungsverhalten kaum in Gewässern zu sehen

Ministerin Staudte sagte, die Landwirtschaft habe in den vergangenen Jahren viel erreicht. Mit Sorge sehe sie aber, dass sich die positiven Entwicklungen beim Düngungsverhalten kaum im Zustand der Gewässer widerspiegelten. Die Gründe dafür müssten näher untersucht werden – etwa, ob die Verbesserungen erst mit Verzögerung sichtbar würden oder ob weitere Maßnahmen nötig seien.

Regionale Probleme gibt es dem Bericht zufolge weiter vor allem in viehstarken Gegenden. In einigen Landkreisen wird rechnerisch weiterhin mehr Stickstoff oder Phosphat aufgebracht, als nach dem Bedarf der Pflanzen nötig wäre. Aus diesen Regionen müssten daher weiter Nährstoffe abtransportiert werden. Auffällig ist nach Angaben des Ministeriums zudem, dass sich die Importe von Wirtschaftsdüngern aus den Niederlanden mehr als verdoppelt haben.

Schwetje: Landwirte warten auf rechtliche Neuordnung

Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Schwetje sagte, die Ergebnisse zeigten erneut, dass die Betriebe Beratung und politische Vorgaben beachteten. Zugleich warteten viele Landwirte nach der Aussetzung zusätzlicher Auflagen für nitratsensible „Rote Gebiete“ auf eine rechtliche Neuordnung, die praxistauglich sei und möglichst wenig zusätzliche Büroarbeit verursache.

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