Zähl Pixel
Unglück nach Rekordregen

Erdrutsch in Neuseeland: Suche nach verschütteten Campern

Mindestens sechs Menschen werden vermisst.

Mindestens sechs Menschen werden vermisst. Foto: Owen Thompson/Photosport NZ/AAP/dpa

Mindestens sechs Menschen sind nach beispiellosen Regenfällen und einem Erdrutsch auf einem beliebten Campingplatz verschüttet. Angehörige und Rettungskräfte hoffen noch auf ein Wunder.

Von dpa Freitag, 23.01.2026, 04:50 Uhr

Mount Maunganui/Auckland – Einen Tag nach einem folgenschweren Erdrutsch auf einem Campingplatz am Mount Maunganui in Neuseeland suchen die Einsatzteams weiter unermüdlich nach möglichen Überlebenden. Mindestens sechs Menschen seien unter den Schlammmassen verschüttet worden, teilte die Polizei am Morgen (Ortszeit) mit. Insgesamt könnten aber bis zu neun Personen betroffen sein. 

Zu drei weiteren Urlaubern - wahrscheinlich ausländischen Touristen - würden noch Informationen gesammelt, erklärte der örtliche Polizeichef Tim Anderson. Es sei nicht klar, ob sie den Campingplatz kurz vor dem Unglück verlassen hatten oder ebenfalls verschüttet wurden.

Verzweifelte Angehörige

Unter den Vermissten sind den Angaben zufolge zwei Jugendliche. Ob und wie viele Ausländer betroffen sind, konnten die Behörden zunächst nicht mit Sicherheit sagen.

Der neuseeländische Ministerpräsident Christopher Luxon sprach von einer „absoluten Tragödie“. Der Schmerz der bangenden Angehörigen sei unvorstellbar.

Noch handele es sich aber um eine Rettungs- und nicht um eine reine Bergungsaktion, sagte Polizeichef Anderson. „Wenn man auf Fälle im Ausland schaut, dann sieht man, dass Menschen auch nach mehreren Tagen noch gerettet wurden.“ Die Einsatzkräfte würden nichts unversucht lassen, um Überlebende zu finden.

Zeugen berichten von Hilfeschreien

Der Erdrutsch am Donnerstagmorgen hatte Teile des bekannten Campingareals zerstört und Zelte unter Schlamm begraben. Augenzeugen berichteten, dass aus einem Toilettenblock Hilfeschreie zu hören gewesen seien. Nach etwa 15 Minuten seien die Stimmen aber verstummt. 

Die Polizei spricht noch von Rettungs- und nicht von Bergungsarbeiten.

Die Polizei spricht noch von Rettungs- und nicht von Bergungsarbeiten. Foto: STUFF/STUFF/AP/dpa

Luftaufnahmen verdeutlichten das Ausmaß der Tragödie, der Rekordniederschläge vorausgegangen waren: In der Region fiel innerhalb von zwölf Stunden so viel Regen wie sonst in zweieinhalb Monaten – der höchste Tageswert seit Beginn der Aufzeichnungen. Warum der Campingplatz trotz der Sturzfluten und des aufgeweichten Bodens nicht vorsichtshalber geräumt wurde, wird derzeit untersucht. 

Der Badeort Mount Maunganui liegt auf einer Halbinsel und ist für seine atemberaubende Natur, herrlichen Strände und einen markanten erloschenen Vulkan bekannt. Das Gebiet liegt in der bekannten Region Bay of Plenty auf der Nordinsel.

Zwei Tote in nahegelegener Ortschaft

Auch in anderen Teilen der Region kam es zu schweren Überschwemmungen. In der nahegelegenen Ortschaft Papamoa konnten nach einem weiteren Erdrutsch, der ein Wohnhaus getroffen hatte, zwei Vermisste nur noch tot geborgen werden. Bei den Opfern handele sich um eine Großmutter und ihren Enkel, berichteten neuseeländische Medien. Nördlich von Auckland wird zudem weiter nach einem Mann gesucht, der mit seinem Auto beim Versuch, den Mahurangi River zu überqueren, von den Fluten mitgerissen wurde.

Die Einsatzteams suchen weiter unermüdlich nach Überlebenden.

Die Einsatzteams suchen weiter unermüdlich nach Überlebenden. Foto: Owen Thompson/Photosport NZ/AAP/dpa

Der Erdrutsch auf einem Campingplatz begrub unter anderem den Toilettenblock.

Der Erdrutsch auf einem Campingplatz begrub unter anderem den Toilettenblock. Foto: Supplied/Radio NZ/dpa

Die Suche nach den Vermissten wurde auch in der Nacht fortgesetzt.

Die Suche nach den Vermissten wurde auch in der Nacht fortgesetzt. Foto: Mark Taylor/Waikato Times/Stuff/AP/dpa

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Merz mit zehn Ministern bei Meloni

Zwischen Merz und Macron lief es zuletzt nicht so gut. Mit Italiens Regierungschefin Meloni versteht sich der Kanzler dafür immer besser. In der Nacht traf er zu einem besonderen Besuch in Rom ein.