Esso darf bohren – Gebiet im Kreis Rotenburg noch erweitert
Das Landesbergamt sieht für Niedersachsen großes Potenzial bei der Förderung von Lithium und hat weitere Genehmigungen zur Suche nach dem Rohstoff erteilt. (Symbolbild) Foto: Kahnert/dpa
Es ist einer der wichtigsten Rohstoffe für die Elektro-Wende - und schlummert tief niedersachsenweit in der Erde.
Zeven. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) teilt der Esso Deutschland GmbH, eine hundertprozentige ExxonMobil-Tochtergesellschaft, zum 1. September das Erlaubnisfeld Zeven I zur Aufsuchung von Lithium zu. Das Unternehmen hatte bereits zum 1. Mai vergangenen Jahres die Erlaubnis für Zeven erhalten, die nun ersetzt wird durch das um ein kleines Gebiet nördlich von Scheeßel erweiterte Erlaubnisfeld Zeven I.
Die Fläche wächst damit um mehr als 17 Quadratkilometer auf gut 431,5 Quadratkilometer. Die Befristung ist auf fünf Jahre ausgelegt bis zum 31. August 2031.
E-Auto-Industrie auf Lithium angewiesen
Lithium wird unter anderem für die Herstellung von leistungsfähigen Akkus verwendet wie etwa in E-Autos und Speichern von Photovoltaikanlagen. In Norddeutschland soll es im sogenannten Bohrlochbergbau abgebaut werden.
T Energiewende: Mega-Stromspeicher nördlich von Zeven geplant
So wie bei der aktiven Erdgasförderung, die in ähnlichen geologischen Schichten in 3000 bis 5000 Meter Tiefe geschieht, wird es an der Oberfläche nur kleinräumige Anlagen geben. In diesen soll in einem Kreislaufsystem tiefes Thermalwasser zutage gefördert werden. Das Lithium wird in diesem Verfahren abgeschieden und das Wasser wieder zurück in die ursprünglichen Schichten gepumpt. Aufwendige Bergwerke oder gar die Anlage von Salzseen und die Belastung von Grundwasser wie sie von anderen Kontinenten bekannt sind, sind in Niedersachsen nicht geplant.

Das neue Erlaubnisfeld Zeven I vergrößert das bisherige Feld Zeven im Südosten um eine fast 17 Quadratkilometer große Fläche in Richtung Scheeßel. Foto: LBEG
Mehr als 20 Felder zugeteilt
Nachdem das LBEG die Anträge geprüft und den von der Fläche betroffenen Landkreis Rotenburg sowie die Gemeinden Helvesiek, Lauenbrück, Scheeßel und Stemmen um Stellungnahme gebeten hatte, hat es die Erlaubnis erteilt.
Insgesamt gibt es damit in ganz Niedersachsen mehr als 20 solcher Felder, auf denen verschiedene Unternehmen nach dem Rohstoff suchen dürfen, hieß es.
Die Esso nun zugeteilten weiteren Erlaubnisfelder liegen in den Landkreisen Celle, Cloppenburg, Diepholz, Emsland, Harburg, Heidekreis, Lüneburg, Nienburg/Weser, Osterholz, Rotenburg, Uelzen, Vechta, Verden, der kreisfreien Stadt Delmenhorst und der Region Hannover. (bt)
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