Schiffbau

Fassmer baut Rümpfe für Marine-Ausbildungsboote in Stralsund

In Stralsund wird demnächst an einem Auftrag für die Deutsche Marine gearbeitet. (Archivbild)

In Stralsund wird demnächst an einem Auftrag für die Deutsche Marine gearbeitet. (Archivbild) Foto: Stefan Sauer/dpa

Mehr Arbeit für Stralsunder Schiffbauer: Das niedersächsische Unternehmen Fassmer will auch einen jüngsten Auftrag für die Deutsche Marine zu großen Teilen in Vorpommern bewerkstelligen.

Von dpa 17.07.2026, 11:50 Uhr

Stralsund/Berne. Der niedersächsische Schiffbauer Fassmer will an seinem neuen Standort in Stralsund auch die Schiffsrümpfe für vier Ausbildungsboote für die Deutsche Marine bauen. Der Bau der ersten auch als Kaskos bezeichneten Rümpfe beginne bereits in diesem Herbst, teilten die Schiffbauer mit Stammsitz in Berne mit. 

Nach dem Bau in Stralsund sollen die Boote demnach nach Berne zur Endausrüstung und Inbetriebnahme geschleppt werden. „Anfang 2029 wird das vierte und letzte Kasko die Fertigungshalle in Stralsund verlassen.“

Fassmer hatte sich Anfang des Jahres als Pächter auf dem Stralsunder Volkswerft-Gelände niedergelassen und gleich einen großen Auftrag mitgebracht: In Stralsund arbeitet das Unternehmen im Auftrag des Bundes am neuen Fischereiforschungsschiff „Walther Herwig“. Nach früheren Angaben handelt es sich um ein Investitionsvolumen im dreistelligen Millionenbereich.

Platz ermöglicht parallelen Bau mehrerer Schiffe

Den Auftrag zum Bau von vier Ausbildungsbooten für die Marine hatte Fassmer nach eigenen Angaben im Februar erhalten. Sie dienen damaligen Angaben zufolge künftig zur Schulung, insbesondere für die nautische Ausbildung von Marinesoldatinnen und -soldaten sowie für die Durchführung des Lehrgangs „Überleben auf See“. Es handele sich um einen Folgeauftrag, nachdem Fassmer bereits zwei Einheiten dieses Typs als Erprobungsboote für die Wehrtechnische Dienststelle (WTD 71) in Eckernförde gebaut habe.

Fassmer lobte unterdessen die Bedingungen in Stralsund: „Die großzügigen Hallen- und Bauplatzkapazitäten ermöglichen einen teilweise parallelen Bau der vier Schiffe.“ Mit dem Projekt werde die Auslastung in Stralsund weiter erhöht. Bereits in den vergangenen Monaten habe man zusätzliches Personal eingestellt, weitere Neueinstellungen seien schon eingeplant. Zahlen nannte das Unternehmen nicht.

Weiterer Meilenstein beim Bau der „Walther Herwig“

Laut Thünen-Institut kam am Freitag der zweite Bugteil für die „Walther Herwig“ in Stralsund an. Es handele sich um das größte Fischereiforschungsschiff des Bundes. Der nun angelieferte Einzelblock wiege 630 Tonnen und sei der schwerste Einzelblock. Wie die erste Sektion sei auch dieses Schiffsteil mit Hilfe eines Spezialschiffes aus Klaipeda in Litauen angeliefert worden. Die übrigen beiden Rumpfteile sowie die Aufbauten sollten direkt in Stralsund entstehen. Der Innenausbau wird den Angaben zufolge voraussichtlich ab Frühjahr 2027 in Berne erfolgen. Die Indienststellung des Schiffes ist für Frühjahr 2028 geplant. 

Die erste Schiffssektion des zukünftigen Fischereiforschungsschiffes „Walther Herwig“ steht schon länger in Stralsund. (Archivbild)

Die erste Schiffssektion des zukünftigen Fischereiforschungsschiffes „Walther Herwig“ steht schon länger in Stralsund. (Archivbild) Foto: Jens Büttner/dpa

Es handele sich um den größten Schiffsneubau auf der Volkswerft seit fünf Jahren. Derzeit arbeiteten den Angaben zufolge neben Ingenieurinnen und Ingenieuren sowie dem Planungsteam etwa 175 Schiffbauerinnen und -bauer an dem Neubauprojekt des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Das Schiff wird demnach knapp 90 Meter lang und soll unter anderem über zehn Labore, zwei Hangare mit Aussetzsystemen, Arbeitskränen, sowie Winden zur Fischerei verfügen.

Nach der Insolvenz der Gruppe MV Werften 2022 hatte die Stadt Stralsund das Werftgelände übernommen und einen Gewerbepark mit unterschiedlichen Pächtern entwickelt.

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