„Wie ein Mittelfinger“: Senatorin attackiert Spahn nach Leihmutter-Geburt
Aus Sicht Blumenthals geht es um „mehr als nur Doppelmoral“. (Archivbild) Foto: Marcus Brandt/dpa
Die Geburt seines von einer Leihmutter ausgetragenen Kindes sorgt für Empörung über Jens Spahn. Hamburgs Gleichstellungssenatorin spricht von einem „Mittelfinger“ ins Gesicht gesetzestreuer Menschen.
Hamburg. Hamburgs Wissenschafts- und Gleichstellungssenatorin Maryam Blumenthal übt scharfe Kritik an Unioinsfraktionschef Jens Spahn, weil er und sein Mann die Hilfe einer Leihmutter in den USA in Anspruch genommen haben. Da die Union die Leihmutterschaft ablehne und sie auch deshalb in Deutschland verboten sei, gehe es hier „um mehr als nur Doppelmoral“, schrieb die Grünen-Politikerin auf Instagram.
„Das ist der Mittelfinger ins Gesicht derer, die unsere Gesetze ernst nehmen und seit Jahrzehnten für eine Veränderung kämpfen. Und ein Mittelfinger ins Gesicht all derer, die sich nicht mal eben durch eine sechsstellige Summe ihren Familientraum erfüllen können.“
Spahns Verhalten zeige: „Unsere Gesetze sind nichts wert“
Spahns Verhalten bringe zum Ausdruck: „Du musst dich nicht an die Gesetze im eigenen Land halten, du kannst auch nach den für dich passenden Gesetzen in einem anderen Land suchen“, schrieb Blumenthal. Unterm Strich signalisiere das: „Unsere Gesetze sind nichts wert. Du kannst sie mit Geld umgehen!“
Blumenthal räumte ein, dass Menschen Prozesse durchmachen und ihre Haltungen ändern könnten. Bei Spahn habe sie aber keine Initiative erkennen können, „diesbezüglich das Embryonenschutzgesetz anzufassen“. Auch habe sie von ihm „keinen Einsatz für Regenbogenfamilien“ wahrgenommen.
Deshalb sei es eine „brandgefährliche Message, die mit dieser eigentlich sehr freudigen Nachricht eines neuen Lebens einhergeht“.
Spahn und sein Ehemann hatten am Mittwoch bekanntgegeben, dass sie Eltern geworden sind. Eine Leihmutter in den USA brachte das Baby zur Welt.
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