Hochbahn-Chef Henrich vorzeitig freigestellt
Robert Henrich erklärte, dass er seinen Vertrag nicht verlängern werde. (Archivbild) Foto: Gregor Fischer/dpa
Robert Henrich ist seit Januar 2024 Vorstandsvorsitzender der Hamburger Hochbahn. Nun wurde er von seinen Aufgaben entbunden.
Hamburg. Der Vorstandsvorsitzende der Hamburger Hochbahn, Robert Henrich, ist von seinen Tätigkeiten freigestellt worden. Er sei bis zum regulären Auslaufen seines Vertrages am Jahresende von seinen Aufgaben entbunden worden, teilte die Hochbahn mit - ohne Gründe zu nennen. Verkehrssenator Anjes Tjarks, Vorsitzender des Aufsichtsrates, lobte Henrich dafür, die Hamburger Hochbahn „mit großem Einsatz geführt und wichtige Entwicklungen“ vorangetrieben zu haben.
Henrich schrieb in einer Mitteilung, er habe dem Verkehrssenator mitgeteilt, dass er seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag nicht verlängern wolle. „Die Entscheidung, meine Tätigkeit an der Spitze der Hochbahn zu beenden, ist mir nicht leichtgefallen“, sagte Henrich laut Mitteilung.
Wie der NDR berichtete, galt das Verhältnis zwischen dem Senator und Henrich als belastet. Henrich, 1969 geboren, war seit 1. Januar 2024 Vorstandsvorsitzender der Hamburger Hochbahn AG.
Reaktion der Opposition
Die verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke, Heike Sudmann, sagte, Henrichs sofortige Freistellung sei ein Zeichen dafür, dass es große Probleme geben muss. „Wer sich erinnert, mit welcher Begeisterung Senator Tjarks Herrn Henrich als Motor für das autonome Fahren vorgestellt hat, fragt sich, was denn jetzt davon geblieben ist“. Alle Zeitpläne seien gerissen - nun stelle sich die Frage, ob die Schuld auf Henrich „rübergeschoben wird“.
Der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Philipp Heißner, sagte mit Blick auf Tjarks: „Durch seine falsche Verkehrspolitik ist die Hochbahn mittlerweile mit knapp zwei Milliarden Euro verschuldet, die vollständige Elektrifizierung der Busflotte ist auf Eis gelegt und wichtige Zukunftsfragen zum autonomen Fahren sind weiter völlig ungeklärt.“
Den neuen Vorstandsvorsitzenden würden große Herausforderungen erwarten, so Heißner. Die sofortige Freistellung von Henrich, während das Unternehmen mitten im Umstrukturierungsprogramm steckt, wirke chaotisch und sei ein „Schlag ins Gesicht eines verdienten Managers“.