Zähl Pixel
Industrie

Ifo-Index: Iran-Krieg verschärft Krise in der Chemiebranche

Der Iran-Krieg hat die Lage der Chemiebranche verschärft

Der Iran-Krieg hat die Lage der Chemiebranche verschärft Foto: Uwe Anspach/dpa

Die wichtige deutsche Industriebranche steckt seit Jahren in der Flaute. Nun verschlechtert der Nahostkrieg die Lage. Das Geschäftsklima in der Chemie trübt sich ein, es droht ein neuer Jobabbau.

Von dpa Donnerstag, 02.04.2026, 08:40 Uhr

München. Mit dem Iran-Krieg hat sich das Geschäftsklima in der Chemieindustrie deutlich verschlechtert. Der Branchenindikator des Münchner Ifo-Instituts fiel im März auf minus 25,0 Punkte, nach minus 16,7 Punkten im Februar. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage erheblich schlechter, auch die Erwartungen trübten sich deutlich ein. „Die Folgen der Kriegshandlungen im Nahen Osten treffen die ohnehin angeschlagene Chemiebranche mit voller Wucht“, sagte Ifo-Branchenexpertin Anna Wolf.

Die Chemieindustrie litt schon vor dem Iran-Krieg unter Auftragsmangel, der sich im März weiter verschärfte. Hinzu kommen nun die stark gestiegenen Kosten für Rohöl, Rohstoffe und Energie. Die Chemiebranche verbraucht viel Öl und Gas, zugleich spielen die Rohstoffe eine zentrale Rolle als Ausgangsstoffe etwa für Kunststoffe, Dünger, Medikamente, Lösungsmittel und Kosmetika.

Um den Kostendruck aufzufangen, planen die Unternehmen mit deutlich höheren Preisen, schreibt das Ifo-Institut. Zugleich seien die Beschäftigungserwartungen mit minus 32,1 Punkten auf ein historisches Tief gesunken. „Die Unternehmen können die schwierigen Rahmenbedingungen kaum beeinflussen; ihnen bleibt daher nur der Abbau von Arbeitsplätzen als Handlungsspielraum“, sagt Wolf.

Die Chemiebranche steckt seit Jahren in der Flaute: Ihr machen teure Energie, US-Zölle, Überkapazitäten am Weltmarkt und die Konjunkturflaute zu schaffen, die wichtige Chemiekunden wie die Autobranchen trifft.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Giesecke+Devrient: Krisen bringen Rekordaufträge

Krisen sind schlecht für’s Geschäft - doch nicht für alle Unternehmen. Neben der Rüstungsbranche profitiert ein altes Münchner Traditionsunternehmen, dessen Produkte nahezu jeder in den Händen hält.

Netto startet Feierabendparken an 150 Filialen

Vor allem in vielen größeren Städten ist die Parkplatzsuche oft schwierig. Beim Discounter Netto kann man sein Auto in vielen Städten künftig auch über Nacht stehen lassen - gegen Bezahlung.