Irres Comeback-Gerücht: Wird Löw der WM-Trainer von Ghana?
Bald wieder im Stadion an der Seitenlinie? Es gibt Spekulationen um Joachim Löw. (Archivbild) Foto: Tom Weller/dpa
Es klingt wie ein verspäteter April-Scherz: Ghana will Ex-Bundestrainer Joachim Löw für die WM verpflichten und steht kurz vor einer Einigung - schreibt zumindest ein Portal. Wie realistisch ist das?
Berlin. Um Weltmeistertrainer Joachim Löw gibt es ein überraschendes und wenig glaubhaftes Comeback-Gerücht. Laut des Portals „ghanasoccernet“ könnte der 66-Jährige für die anstehende Fußball-WM die Nationalmannschaft Ghanas als Trainer übernehmen. Doch dazu wird es wohl nicht kommen: Nach Informationen der „Bild“ gibt es keinen Kontakt zwischen dem ghanaischen Verband und Löw.
Schäfer: Keine Kenntnis von anstehendem Deal
Das Portal „ghanasoccernet“ hatte dagegen berichtet, dass der frühere Bundestrainer kurz davor stehe, einen ausschließlich auf die Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko bezogenen Vertrag zu unterschreiben. Eine offizielle Bestätigung werde in den kommenden Tagen erwartet, zunächst müssten noch letzte Details geklärt werden.
Winfried Schäfer, technischer Direktor des ghanaischen Verbandes, wirkte auf dpa-Anfrage überrascht. Er habe keinerlei Kenntnis von einem bevorstehenden Deal mit seinem Landsmann Löw. Die Trainersuche falle nicht in Schäfers Zuständigkeitsbereich, sondern in den des Präsidenten Kurt Edwin Simeon-Okraku.
Das ghanaische Portal beruft sich auf „mehrere Quellen“, die allerdings nicht näher genannt werden. Auch deswegen sind Zweifel angebracht, dass Löw tatsächlich die „Black Stars“ aus Westafrika betreuen und seine insgesamt fünfte WM als Nationaltrainer oder Co-Trainer bestreiten wird.
Löw will sich noch „nicht in die Rente verabschieden“
Löw hat nach seinem Rückzug beim DFB-Team nach der EM 2021 bislang alle Job-Offerten als Chefcoach abgelehnt. Er war im Vorjahr schon als WM-Trainer für Usbekistan in Verbindung gebracht worden. Der Verband des WM-Neulings nahm aber den früheren italienischen Weltmeister Fabio Cannavaro unter Vertrag. Ganz ausschließen wollte Löw eine Rückkehr auf die Trainerbank zuletzt aber nicht.
„Grundsätzlich habe ich gesagt, dass ich mich jetzt nicht in die Rente verabschieden möchte. Gerade wenn es noch einmal ein interessantes Angebot und eine gute Perspektive gibt“, hatte Löw kürzlich beim Pay-TV-Sender Sky gesagt. Falls er noch einmal einen Job antrete, gehe er aber davon aus, dass dies bei einem Nationalteam sein werde. „Was meine Erfahrung betrifft, wäre das auch das Beste für mich.“
Ghana sucht Nachfolger für Otto Addo
Der Trainer wurde nicht nur 2014 Weltmeister und 2017 Confed-Cup-Sieger, sondern erreichte mit Deutschland auch das EM-Finale 2008 sowie jeweils das Halbfinale bei der WM 2010, der EM 2012 und der EM 2016.
WM-Teilnehmer Ghana sucht nach einem Nachfolger für den früheren Bundesligaprofi Otto Addo, der nur wenige Stunden nach dem 1:2 gegen die deutsche Nationalmannschaft von seinen Aufgaben als Nationalcoach entbunden wurde. Addo war seit zwei Jahren Cheftrainer der „Black Stars“. 2022 hatte er das Team schon einmal als Interimscoach betreut und war auch bei der WM in Katar zuständig, als Ghana in der Gruppenphase ausschied.

Der frühere Bundesligaprofi Otto Addo trainiert Ghana nicht mehr. (Archivbild) Foto: Federico Gambarini/dpa
Bei der Weltmeisterschaft trifft Ghana in der Gruppenphase auf England, Kroatien und Panama. Vor der Niederlage gegen Deutschland hatte der viermalige Afrika-Cup-Gewinner auch ein Testspiel gegen Österreich mit 1:5 verloren.