Nach dem Rosenkranz-Gebet eskaliert die Kundgebung
Die Polizei musste auf dem Marktplatz eingreifen. (Symbolbild) Foto: Marijan Murat/dpa
Eskalation, Pfefferspray und Verletzte: Bei einer Demo gegen Abtreibung wollen Gegendemonstranten auf Teilnehmer los. Die Polizei greift ein.
Göttingen. Nach einer Kundgebung gegen Abtreibungen in Göttingen sind Teilnehmer am Samstagabend von Gegendemonstranten attackiert worden. Die schon vorher angespannte Lage zwischen den beiden Gruppen sei eskaliert, als die Abtreibungsgegner den Versammlungsort verließen, wie die Polizei mitteilte. Teilnehmer des Protests wollten demzufolge auf die etwa 20 Abtreibungsgegner losgehen. Eine größere Zahl von Polizisten habe eine Kette gebildet und so verhindert, dass die beiden Gruppen aufeinandertrafen. Dabei hätten die Beamten auch Pfefferspray eingesetzt.
Unter dem Motto „Öffentlicher Rosenkranz gegen Abtreibung“ hatten sich die Gegner von Schwangerschaftsabbrüchen friedlich versammelt, gebetet und ihre Haltung in Redebeiträgen zum Ausdruck gebracht. Der Gegenprotest bildete sich nach Einschätzung der Polizei spontan. Bei der folgenden Auseinandersetzung erlitten zwölf Polizistinnen und Polizisten nach Angaben ihrer Dienststelle Verletzungen durch das Pfefferspray. Ob es auch unter den Demonstranten verletzte Personen gab, ist unklar. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen und prüft nun mögliche Straftaten.
31-Jähriger nach Stichverletzung in Lebensgefahr
Ein 31-Jähriger ist in Göttingen durch einen Stich lebensgefährlich verletzt worden. Wie die Polizei mitteilte, wurde ein 29-Jähriger als Tatverdächtiger vorläufig festgenommen.
Die beiden Männer hätten am frühen Morgen gemeinsam eine Bar in der Göttinger Innenstadt verlassen. Kurz darauf sei der 31-Jährige dann mit schweren Verletzungen bei Bekannten aufgetaucht und habe gesagt, sein Begleiter habe ihn verletzt. Die Polizei griff den mutmaßlichen Täter kurze Zeit später in der Bar auf.
Der lebensgefährlich verletzte 31-Jährige kam in ein Krankenhaus, wo er notoperiert wurde. Zu den Hintergründen und dem genauen Tathergang konnte die Polizei bislang keine Angaben machen.