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Gesetzesnovelle

Land führt Direkteinstieg an Grundschulen ein

Der Direkteinstieg soll laut Dorit Stenke nur die Ausnahme sein. (Archivbild)

Der Direkteinstieg soll laut Dorit Stenke nur die Ausnahme sein. (Archivbild) Foto: Frank Molter/dpa

Schleswig-Holstein will künftig auch Bachelorabsolventen mit Zusatzqualifizierung als Lehrkräfte an Grund- und Gemeinschaftsschulen zulassen. Nicht nur von der Opposition kommt Kritik.

Von dpa Freitag, 08.05.2026, 05:55 Uhr

Kiel. Schleswig-Holsteins Landesregierung führt den Direkteinstieg für Lehrämter an Grund- und Gemeinschaftsschulen ein. Mit den Stimmen von CDU und Grünen beschloss der Landtag in Kiel in zweiter Lesung die Novelle des Lehrkräftebildungsgesetzes. Sie ermöglicht Menschen mit passendem Bachelorabschluss und mehrjähriger Qualifizierung den Einstieg in ein Lehramt an diesen Schularten. 

Bislang war ein Direkteinstieg nur an berufsbildenden Schulen möglich. Dieser komme aber nur dann zum Tragen, wenn an einer Schule eine freie Stelle nicht mit einer ausgebildeten Lehrkraft oder per Quereinstieg besetzt werden kann, sagte Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU). Einen Quereinstieg ohne die nötige Qualifizierung werde es daher nicht geben. „Dazu kommt noch ein zweimaliges erfolgloses Ausschreibungsverfahren“, erklärte sie. 

Überdies sollen die Direkteinsteigerinnen und -einsteiger laut der Ministerin in den ersten sechs Monaten an speziellen Veranstaltungen teilnehmen, um ihre pädagogisch-didaktischen Kompetenzen auszubauen. Während der auf fünf Jahre angelegten Qualifizierungsphase könnten sie zudem eine Ausbildungsberatung nutzen. Stenke betonte, dass der Direkteinstieg nur als nachrangige Option genutzt werden solle.

Kritik von Gewerkschaft und Opposition

Die Bildungsgewerkschaft GEW sieht im Direkteinstieg eine Dequalifizierung des Lehrerberufs. „Lehrkräfte üben einen anspruchsvollen und komplexen Beruf aus“, sagte die Co-Landesvorsitzende der GEW, Kerstin Quellmann bereits am Mittwoch. 

Zur Lehrkräfteausbildung gehörten nicht nur Bachelor- und Masterstudium, sondern auch ein eineinhalbjähriger Vorbereitungsdienst, sagte Quellmann. „Da darf die Landesregierung den Zugang nicht einfach mal so für alle Menschen mit einem geeigneten Bachelorabschluss öffnen.“

Der SPD-Abgeordnete Habersaat warnte vor einer Zwei-Klassen-Gesellschaft im Lehrerzimmer. (Archivbild)

Der SPD-Abgeordnete Habersaat warnte vor einer Zwei-Klassen-Gesellschaft im Lehrerzimmer. (Archivbild) Foto: Marcus Brandt/dpa

Die Sorge vor einer Dequalifizierung erfüllte auch die Oppositions-Fraktionen von SPD, FDP und SSW. So warnte der Abgeordnete Martin Habersaat im Plenum vor einer Zwei-Klassen-Gesellschaft im Lehrerzimmer. „Multiprofessionelle Teams sind die Zukunft an unseren Schulen“, betonte der Sozialdemokrat. Dennoch verstehe er darunter, dass dort unterschiedliche Professionen im Lehrerzimmer sitzen und nicht gut ausgebildete Deutschlehrkräfte neben schlecht ausgebildeten Deutschlehrkräften.

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