Niedersachsen will Schutz vor Katastrophen weiter stärken
Ein Sonderfahrzeug für besonders unwegsames Gelände steht auf der Messe Interschutz am Stand des Katastrophenschutzes Niedersachsen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Mehr Jugendfeuerwehr, mehr Technik: Wie Niedersachsen auf Extremwetter, Engpässe und neue Gefahren reagiert – und was die Landkreise vom Land fordern.
Hannover. Niedersachsen will seinen Katastrophenschutz angesichts von Extremwetter, möglichen Versorgungsengpässen und hybriden Bedrohungen weiter stärken. Innenministerin Daniela Behrens (SPD) stellte auf der Fachmesse Interschutz in Hannover eine neue Strategie für den Katastrophenschutz des Landes vor. Sie soll Grundlage für eine mehrjährige Planung sein.
Starkregen, Sturmfluten oder Dürre
Als zentrale Szenarien nennt das Land Folgen des Klimawandels wie Starkregen, Überflutung, Sturmfluten, Hitze, Dürre und eine steigende Vegetationsbrandgefahr. Außerdem seien Versorgungsmangellagen sowie hybride Bedrohungen infolge der veränderten Sicherheitslage in Europa eine Gefahr. Zu den Zielen gehören unter anderem bessere Strukturen des Krisenmanagements, der Schutz kritischer Infrastrukturen, Ersatzkommunikation, mehr Vorsorge sowie eine Stärkung des Ehrenamts.
Behrens sagte, das Land habe allein seit 2022 rund 185 Millionen Euro in den Katastrophenschutz investiert – unter anderem in mobile Deiche, Technik zur Trinkwasserversorgung und geländetaugliche Krankentransportwagen. Der Bevölkerungs- und Katastrophenschutz im Land funktioniere, sagte die Ministerin mit Blick auf das Weihnachtshochwasser 2023. Man rüste sich nun aber „mit klarem Blick in Richtung Zukunft“.
Mitgliederzahl der Jugendfeuerwehren steigt um 2,5 Prozent
Der Niedersächsische Landkreistag begrüßte die Strategie als Schritt in die richtige Richtung – forderte aber mehr Geld vom Land. Die Landkreise stünden für die Umsetzung bereit, sagte Hauptgeschäftsführer Joachim Schwind. Zugleich brauche es eine stärkere Unterstützung der Hilfsorganisationen in der Fläche. Die Landkreise gäben für den Katastrophenschutz praktisch alle mehr Geld aus, als sie vom Land erstattet bekämen.
Parallel legte Behrens gemeinsam mit Landesbranddirektor Dieter Rohrberg die Jahresbilanz zu Brandschutz, Katastrophenschutz und Rettungsdienst des vergangenen Jahres vor. Demnach stieg die Zahl der Mitglieder in den Jugendfeuerwehren in Niedersachsen um 2,5 Prozent auf rund 32.200. Die Kinder- und Jugendfeuerwehren sicherten die Zukunft des flächendeckenden Brandschutzes, sagte Behrens.

Feuerwehrkräfte löschen auf der Messe Interschutz mit einem Löschfahrzeug den simulierten Brand eines Flugzeugtriebwerkes. Foto: Julian Stratenschulte/dpa