Option Bundesliga? Glasner und die Frage nach der Zukunft
Oliver Glasner verneigt sich vor den Fans von Crystal Palace. Foto: Robert Michael/dpa
Oliver Glasner feiert mit Crystal Palace den Conference-League-Titel – und lässt seine Zukunft offen. Welche Optionen hat der erfolgreiche Trainer jetzt?
Leipzig. Der Diver durch das Spalier seiner Spieler auf dem Leipziger Rasen war für Oliver Glasner so etwas wie der Rutsch bäuchlings in die eigene Zukunft. Eine letzte Party, ein letzter verkaterter Rückflug, ein letztes goodbye - so in etwa sieht die verbleibende Zeit als Trainer des neuen Conference-League-Siegers Crystal Palace aus. „Ich kann schon ganz gut die Sau rauslassen“, kündigte Glasner in der Final-Arena an und entschwand gegen 1 Uhr in der Leipziger Nacht.
Zuvor hatte er Fragen zu seiner Zukunft offen gelassen. Lediglich die Option einer Kehrtwende - also des Verbleibs beim Londoner Club nach dem dritten Titel in zwei Jahren - schloss er kategorisch aus. „Ich habe im Fußball gelernt: Alles, was ich heute sage, ist morgen falsch“, sagte Glasner. Eine Auszeit, ein neuer Club - alles scheint möglich.
Gerüchte um Leverkusen und Mailand
Optionen dürfte der Österreicher aufgrund seiner Erfolge wie dem 1:0-Sieg gegen Rayo Vallecano in der Conference League haben. Ein Gerücht besagt, dass sich bei Bayer Leverkusen etwas anbahnen könnte. Dort steht der Däne Kasper Hjulmand wohl vor der Ablösung und Bayers A-Lösung, Filipe Luís, schließt sich einem französischen Medienbericht zufolge der AS Monaco an.
Laut des sicherlich noch wilder werdenden Spekulations-Markts ist Glasner angeblich auch ein Kandidat bei der AC Milan, wo nach dem Verpassen der Champions League gerade praktisch die gesamte sportliche Chefebene freigestellt wurde.

Genuss im Abseits: Glasner (r) bei der Pokalübergabe. Foto: Jan Woitas/dpa
Glasner sagt, er habe sich mit der Zeit nach dem Europapokal-Finale noch gar nicht befasst. „Ich hatte keine Lust und keine Energie, mit einem anderen Club zu sprechen“, sagte der 51-Jährige. „Es geht leicht verkatert zurück nach London. Dann heißt es Wohnung räumen und es geht zur Familie“, sagte der frühere Frankfurt-Coach. Mit der Eintracht hatte er 2022 bereits die Europa League gewonnen.
Der durchaus streitbare 51-Jährige, der keiner Diskussion mit der Chefetage seiner Arbeitgeber aus dem Weg geht, ist zum Titelsammler geworden. Vor seiner Amtszeit hatte Palace nie etwas gewonnen, nun geht Glasner mit drei Trophäen: Neben dem elf Kilogramm schweren Pokal der Conference League gewann Palace den englischen Pokal sowie den Supercup.

Die Zukunft von Oliver Glasner ist offen. Foto: Robert Michael/dpa
Sein Traum ist der Triumph in der Champions League. Dafür sollte bei seinem neuen Club zumindest die Fantasie vorhanden sein. Den Rest erledigt Glasner mit seiner Arbeit. „Ich könnte der beste Zauberer der Welt sein, ohne die Spieler wäre ich wirkungslos“, erklärte der Salzburger. „Die Spieler müssen zuhören und mir vertrauen. Jeder Spieler wird sagen, dass ich sehr fordernd bin. Wenn sie auch nur ein oder zwei Prozent nachlassen, kann ich das nicht akzeptieren. Da sind sie natürlich auch mal sauer auf mich, aber das ist okay. Am Ende werden sie aber sehen, was alles möglich ist.“
Wiedersehen mit Palace?
Im Süden Londons müssen sie sich aufgrund der vergangenen rund zweieinhalb Jahre bisweilen noch immer kneifen. „Der Unterschied, den er in den zweieinhalb Jahren gemacht hat, ist unglaublich“, lobte Nationalspieler Adam Wharton. „Es ist ein massiver Unterschied, wie er es geschafft hat, dass der Club auf die Wettbewerbe blickt. Es geht nicht nur darum, in der Premier League zu bleiben und nach Europa zu kommen. Wir wollen gewinnen und streben nach dem Höchsten.“

Sieg-Torschütze Jean-Philippe Mateta (r) feiert mit Jörgen Strand Larsen. Foto: Robert Michael/dpa
Ein baldiges Wiedersehen mit Crystal Palace ist für Glasner übrigens nicht ausgeschlossen. Sollte es mit einem Job in Leverkusen oder Mailand klappen, spielt er mit seiner neuen Mannschaft in der Europa League. Und für diesen Wettbewerb hat sich Palace durch den Triumph in der Conference League qualifiziert.