Zähl Pixel
Briefe

Post-Konkurrenz bekommt Rückenwind von Monopolkommission

Ein Briefträger bei der Arbeit.

Ein Briefträger bei der Arbeit. Foto: Philipp Schulze/dpa

Die Deutsche Post ist mit großem Abstand Marktführer im Briefgeschäft, kleine Konkurrenten haben es schwer. Eine Steuerbefreiung könnte ihnen helfen. Das Steuerthema sorgt für mächtig Ärger.

Von dpa Mittwoch, 10.12.2025, 11:30 Uhr

Bonn. Am Briefmarkt bekommen die kleinen Konkurrenten der Deutschen Post Unterstützung von der Monopolkommission. Das Beratungsgremium der Bundesregierung veröffentlichte ein Gutachten, das vor einem „Umsatzsteuerprivileg“ für den Bonner Logistiker in seinem Briefgeschäft warnt. Während die Post bei Briefdienstleistungen von der Umsatzsteuer befreit ist, ist die Konkurrenz das teilweise nicht - manche Firmen sind es, andere nicht. So eine Befreiung ist wichtig für Geschäftspost, also für Verträge etwa mit Behörden, Banken und Versicherungen. 

Sollte der Post exklusiv die Umsatzsteuer-Befreiung eingeräumt werden, würde das den Wettbewerb abwürgen, warnt der Chef der Monopolkommission, Tomaso Duso. „Das wäre das Aus für die meisten alternativen Briefdienste.“ 

Zu den Brief-Konkurrenten der Post gehören die Citipost aus Hannover, die in Brandenburg tätige Pin Mail GmbH oder Xendis aus NRW. Wirtschaftsprofessor Duso weist darauf hin, dass die Konkurrenten der Post nur einen Marktanteil von 15 Prozent haben und der ehemalige Staatsmonopolist auf 85 Prozent komme. Er moniert, dass der Bund der Post hohe Gewinnzuschläge gewähre und der Wettbewerb dadurch verzerrt werde.

„Wir wollen, dass Weihnachtskarten auch in ferner Zukunft noch zugestellt werden, und zwar selbst dann noch, wenn die Deutsche Post irgendwann das Briefgeschäft aufgeben sollte“, sagt Duso. Deshalb würden funktionierende Alternativen gebraucht.

Briefmenge sinkt

Für den globalen Logistiker DHL, der an der Börse Deutsche Post heißt, ist sein Stammgeschäft - die Briefbeförderung im Inland - nicht mehr allzu wichtig, die Briefmenge sinkt im Digitalzeitalter seit langem. Der Transport von Paketen und Expresssendungen sowie andere Geschäftsfelder sind lukrativer. Dennoch hat die Post stets betont, auch künftig auf den Briefversand setzen zu wollen. Als sogenannter Universaldienst hat der Konzern Pflichten, er muss ein Filial- und Briefkasten-Netz unterhalten.

Reaktionen auf die Monopolkommission

Walther Otremba vom Bundesverband Briefdienste, in dem sich die Post-Konkurrenten zusammengeschlossen haben, begrüßt den Vorstoß der Monopolkommission. Das Bundesfinanzministerium weigere sich, Bescheide für Steuerbefreiungen auszustellen - das müsse sich ändern. „Wenn hier nicht schnell gehandelt wird, ist zum ersten Mal der Wettbewerb in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland durch das Zusammenwirken von Regierung und Ex-Monopolist zum Untergang verdammt.“

Ein Firmensprecher der Deutschen Post betont, dass seine Firma als einziger Universaldienstleister überall in Deutschland Briefe austrage. „Laut EU-Vorgaben ist die Umsatzsteuer-Befreiung ausschließlich für Anbieter vorgesehen, die den Universaldienst in diesem gesetzlich definierten Dreiklang erbringen: flächendeckend, mit geregelten Qualitätsstandards und eigener Infrastruktur.“ 

Dass Brief-Wettbewerber, die das nicht tun, dennoch umsatzsteuerbefreit agieren dürften, halte man für nicht rechtmäßig. Daher klage man gegen das Bundeszentralamt für Steuern, das solche Bescheinigungen ausstellt.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Abwärtstrend bei Benzinpreisen hält an

Nach wie vor ist unklar, ob der Irankrieg ein baldiges Ende findet. An den Tankstellen bewegen sich die Spritpreise dennoch langsam, aber seit einigen Tagen kontinuierlich bergab.

Reiche warnt vor Alarmismus bei Kerosin

Der Finanzminister äußert sich zu Warnungen vor einer Knappheit bei Kerosin. Die Wirtschaftsministerin meldet sich auch zu Wort. Am Montag gibt es ein Treffen.

Filialnetz der Post hat gesetzeswidrige Lücken

Der Weg zur nächsten Postfiliale darf nicht allzu weit sein, so sieht es ein Gesetz vor. Doch mancherorts ist die Strecke länger als gedacht - oder man findet am Ort lediglich einen Automaten.

WWF: Vermieter sollen Extra-Heizkosten tragen

Noch ist unklar, was die Reform des Heizungsgesetzes für Mieter bedeutet. Denn der CO2-Preis steigt, zugleich sollen Heizungen mit fossilen Brennstoffen weiter betrieben werden können.