Zähl Pixel
Gründerbranche

Rekord in Sicht: Zahl der neuen Start-ups steigt stark

Die Zahl der neu gegründeten Start-ups ist im ersten Halbjahr kräftig gewachsen (Archivbild)

Die Zahl der neu gegründeten Start-ups ist im ersten Halbjahr kräftig gewachsen (Archivbild) Foto: J�rg Carstensen/dpa

Der Boom um Künstliche Intelligenz gibt der Gründerbranche Auftrieb. Besonders Universitätsstädte überraschen als „neue Lokomotiven“. Und Berlin und München liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Von dpa Dienstag, 08.07.2025, 05:20 Uhr

Berlin. Trotz der Konjunkturflaute entstehen in Deutschland wieder deutlich mehr Start-ups. Im ersten Halbjahr wurden einer Analyse des Startup-Verbands zufolge neue 1.500 Wachstumsfirmen gegründet - 9 Prozent mehr als im zweiten Halbjahr 2024. „Wenn sich dieser Trend fortsetzt, könnte erstmalig seit 2021 die Zahl von 3.000 neuen Start-ups pro Jahr geknackt werden.“ Besonders in Sachsen, Bayern und Nordrhein-Westfalen seien mehr Firmen entstanden, schrieb der Verband.

Boom um Künstliche Intelligenz stützt

Mit dem Anstieg der Neugründungen in Deutschland erholt sich die Gründerbranche weiter von ihrer Krise nach dem Ende des Corona-Booms. Wurden 2021 noch fast 3.200 neue Start-ups gegründet, fiel die Zahl 2023 auf knapp 2.500. Damals hielten sich viele Investoren wegen gestiegener Zinsen und Konjunktursorgen zurück. Einige Jungfirmen gerieten in Geldnot und strichen Jobs, die Zahl der Insolvenzen wuchs. Seit zwei Jahren steigt die Zahl der Gründungen wieder. Auch bei den Geldern für Start-ups zeigt der Trend nach oben, wie jüngst Zahlen der KfW zeigten. 

Die meisten Start-ups entstanden zuletzt erneut im Software-Bereich, angetrieben vom Boom um Künstliche Intelligenz (KI). So würden etwa industrielle Lösungen wie KI-Gestützte Automatisierung an Bedeutung gewinnen, so der Startup-Verband. Aber auch im lange schwächelnden Online-Handel gehe es wieder bergauf.

München und Berlin fast gleichauf

Während die meisten Start-ups in Bayern (343), Nordrhein-Westfalen (281) und Berlin (248) gegründet wurden, landen im Städteranking forschungsnahe Standorte weit vorn. Gerechnet pro 100.000 Einwohnern wurden in München am meisten neue Start-ups binnen zwölf Monaten gegründet (13,5), gefolgt von Heidelberg (13,4) und Berlin (13,2). Gut schneiden auch die Universitätsstädte Darmstadt (11,5) und Aachen (9,1) ab. Im Umfeld vom Hochschulen entstehen immer wieder erfolgreiche Start-ups, zugleich gibt es immer mehr Lehrstühle für Unternehmertum. 

Neben den Hotspots Berlin und München seien kleinere forschungsnahe Standorte „die neuen Lokomotiven des Startup-Ökosystems“, schrieb der Startup-Verband. Die Gründerbranche seit dadurch breiter aufgestellt, allerdings müssten Brücken zwischen beiden Welten geschlagen werden.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Deloitte: Ältere wenden sich von Social Media ab

Millionen sind täglich auf TikTok, Instagram oder dem mittlerweile etwas in die Jahre gekommenen Facebook. Bei der Nutzung zeigen sich mittlerweile deutliche Unterschiede zwischen den Generationen.

Sony-Auto kommt doch nicht auf den Markt

Es sollte der erste große Vorstoß eines Elektronik-Konzerns in den Automarkt werden. Doch der Einbruch im US-Geschäft mit Elektroautos zieht nun dem Projekt von Sony und Honda den Stecker.

OpenAI macht KI-Video-App Sora dicht

Die KI-App Sora vom ChatGPT-Erfinder OpenAI erregte viel Aufsehen, weil man damit Videoclips aus wenigen Worten generieren kann. Doch jetzt steht sie vor dem Aus.