SPD kritisiert Krankenhausentwicklung im Norden
Die SPD bemängelt einen Abbau von Kapazitäten in den Krankenhäusern Schleswig-Holsteins. Foto: Marcus Brandt/dpa
Weniger Krankenhäuser und Betten: Die SPD sieht in Schleswig-Holstein Probleme für die Versorgung auf dem Land und kritisiert die Landesregierung.
Kiel. Aus der SPD in Schleswig-Holstein kommt Kritik an der Entwicklung der Krankenhauskapazitäten. In den vergangenen Jahren sei das Krankenhausnetz Schritt für Schritt ausgedünnt worden, kritisierte der SPD-Landesvorsitzende Ulf Kämpfer. Es gebe fünf Plankrankenhäuser und hunderte vollstationäre Betten weniger sowie Einschnitte in der Chirurgie, der Gynäkologie/Geburtshilfe und der Inneren Medizin, wie aus der Antwort der Landesregierung auf eine kleine Anfrage hervorgehe. „Das ist ein Rückzug aus der Fläche“, kritisierte er.
Kämpfer sieht Nachteile durch längere Wege
Für Schleswig-Holstein als Flächenland hat diese Entwicklung aus Kämpfers Sicht Folgen. „Längere Wege, weniger wohnortnahe Angebote und wachsende Unsicherheit treffen vor allem ältere Menschen, Familien sowie Patientinnen und Patienten in ländlichen Regionen.“ Besonders problematisch sei, dass die Landesregierung die Verantwortung immer wieder auf wirtschaftliche Entscheidungen der Träger oder auf Personalmangel abschiebe, sagte Kämpfer, der als Spitzenkandidat der SPD bei der Landtagswahl im kommenden April antritt.
Bei der vollstationären Versorgung gab es nach der Antwort der Landesregierung von 2017 bis 2026 einen größeren Abbau von Betten, zum Beispiel in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit minus 15,2 Prozent und in der Chirurgie mit minus 12,3 Prozent. Zuwächse gab es auch, etwa in der Neurologie (plus 7,2 Prozent). Insgesamt ging die Zahl der Planbetten um gut 4,5 Prozent auf 11.900 zurück.