Anklage wegen Mordes: 53-Jähriger wegen einer Frau getötet?
Der Angeklagte machte zum Prozessbeginn keine Angaben zu den Vorwürfen. Foto: Sina Schuldt/dpa
In einer Emder Wohnung kommt es nachts zu einer brutalen Attacke - möglicherweise aus Eifersucht. Ein 34-Jähriger tritt und schlägt brutal auf einen 53-Jährigen ein. Wenig später stirbt das Opfer.
Aurich/Emden. Durch heftige Schläge und Tritte gegen den Kopf soll ein 34 Jahre alter Mann in Emden einen 53-Jährigen so schwer verletzt haben, dass dieser kurze Zeit später in einer Klinik starb. Nun muss sich der 34-Jährige vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Aurich verantworten - die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord und schwere Körperverletzung vor. Der angeklagte Deutsche soll den 53-Jährigen aus „niedrigen Beweggründen“ und heimtückisch getötet haben, sagte eine Staatsanwältin bei der Anklageverlesung. Der Beschuldigte äußerte sich zu Prozessbeginn nicht.
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Die Staatsanwaltschaft nimmt an, dass hinter der brutalen Attacke ein Beziehungsstreit zwischen dem Angeklagten, dem Opfer und dessen langjähriger Lebensgefährtin steht. Denn der 34-Jährige und die heute 51 Jahre alte Partnerin des Opfers sollen sich in den Tagen vor der Tat näher gekommen sein. Doch einer weiteren Annäherung soll dem Angeklagten der 53 Jahre alte Partner im Weg gestanden haben, wie die Staatsanwältin sagte.
Zu der brutalen Attacke kam es laut Anklage Ende Januar in einer Wohnung in Emden, wo abends das Opfer, seine Lebensgefährtin, der Angeklagte und weitere Personen zusammen waren. „Alle Personen konsumierten in erheblichem Maße Alkohol“, sagte die Staatsanwältin. Der 34-Jährige soll den 53-Jährigen dann später in der Nacht unvermittelt attackiert haben, als dieser im Rausch wehrlos auf einem Sofa lag.
Opfer stirbt später in Klinik
Das Opfer sei überrascht worden und habe nicht mit dem Angriff gerechnet, sagte die Staatsanwältin. Der 34-Jährige soll dem Mann mehrfach mit schlagverstärkten Handschuhen gegen Kopf und Gesicht geschlagen, dann gegen seinen Kopf und Oberkörper getreten und schließlich auch den Kopf des Opfers gegen einen Couchtisch geschlagen haben. Erst als ein Zeuge den Rettungsdienst alarmierte, soll er abgelassen haben. „Er handelte vorsätzlich“, sagte die Staatsanwältin zu der Tötungsabsicht des 34-Jährigen.
Rettungskräfte brachten den 53-Jährigen unter anderem mit einer Hirnblutung in eine Klinik nach Emden und später nach Oldenburg. Dort starb der Mann trotz einer Notoperation zwei Tage später an seinen schweren Kopfverletzungen.
Nach dem Angriff auf den 53-Jährigen soll der Angeklagte auch die 51-Jährige mehrfach gegen ihr Gesicht getreten haben - deswegen lautet die Anklage auch auf gefährliche Körperverletzung. Sie wurde leicht verletzt. Der 34-Jährige wurde kurz nach der Tat festgenommen. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft.
Ein Urteil soll voraussichtlich Ende Juli gesprochen werden.
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