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Vor dem Schuljahresbeginn

Schuljahr beginnt mit steigenden Schüler- und Lehrerzahlen

Bildungsministerin Stenke berichtet von höheren Schüler- und Lehrerzahlen.

Bildungsministerin Stenke berichtet von höheren Schüler- und Lehrerzahlen. Foto: Frank Molter/dpa

Kritik und Lob begleiten den Schulstart. Die Opposition und Gewerkschaften fordern Entlastung für Lehrkräfte. Welche Maßnahmen die Landesregierung plant.

Von dpa 12.08.2026, 14:25 Uhr
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Kiel. Zum neuen Schuljahr in Schleswig-Holstein gibt es fast überall steigende Zahlen: mehr Schülerinnen und Schüler, mehr Lehrkräfte und eine bessere Unterrichtsversorgung. An den 797 öffentlichen allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen des Landes werden rund 373.000 Schülerinnen und Schüler erwartet, wie Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU) sagte. Das seien etwa 2.900 mehr als im vergangenen Schuljahr. Das neue Schuljahr beginnt am 17. August. Aus der Opposition kommt derweil Kritik an Stenkes Schulpolitik.

An den öffentlichen allgemeinbildenden Schulen werden laut Prognose rund 297.800 Kinder und Jugendliche unterrichtet. Das sind etwa 6.800 mehr als im vorigen Schuljahr. Die Gemeinschaftsschulen erleben demnach einen Zuwachs um 500 auf rund 95.000 Schüler, an den Gymnasien steigt die Zahl von rund 79.000 auf rund 86.000. Grund ist auch die Rückkehr zur neunjährigen Gymnasialzeit. 

Einen Rückgang gibt es nach den Prognosen an den berufsbildenden Schulen um rund 4.000 auf etwa 75.100. Rund 25.800 Kinder werden eingeschult, etwa 500 mehr als zuvor. 

Im Schuljahr 2026/2027 gibt es nach Stenkes Angaben insgesamt 24.643 Lehrerstellen im Landeshaushalt, 578 mehr als im Vorjahr. Von den 200 zusätzlichen Stellen für Vertretungsunterricht seien die meisten besetzt. „Damit erreichen wir das Ziel, an den weiterführenden Schulen eine Unterrichtsversorgung von 103 Prozent sicherzustellen“, sagte die Ministerin. 

Blickt positiv auf das neue Schuljahr in Schleswig-Holstein: Bildungsministerin Stenke.

Blickt positiv auf das neue Schuljahr in Schleswig-Holstein: Bildungsministerin Stenke. Foto: Frank Molter/dpa

Zum Stichtag 1. August seien 3.028 Lehrkräfte neu eingestellt worden. 111 Stellen seien bis zum Stichtag noch nicht besetzt gewesen. Weitere Einstellungen sollen aber zum 1. September und zum 1. Oktober erfolgen. Im Zehn-Jahres-Vergleich erhalten die Schülerinnen und Schüler heute 7,6 Prozent mehr Unterrichtsstunden, betonte die CDU-Ministerin.

Neu ist eine „Demokratiestunde“ in der Sekundarstufe I (Klassen fünf bis zehn) in Gemeinschaftsschulen und an Gymnasien. Vom Schuljahr 2027/28 an sollen zwei zusätzliche Wochenstunden Wirtschaft/Politik in der Sekundarstufe I unterrichtet werden. In den Grundschulen gibt es im neuen Schuljahr in der ersten Klasse je eine zusätzliche Stunde Deutsch und Mathematik.

Kritik aus der Opposition

Der SPD-Landtagsabgeordnete Martin Habersaat kritisierte, dass die Landesregierung zum Schuljahr 2025/26 Lehrerstellen gestrichen habe, indem sie die Unterrichtsversorgung gekürzt habe. Nun verkünde die Landesregierung eine Verbesserung der Unterrichtsversorgung. Zur neuen Unterrichtsstunde Demokratiebildung stelle sich die Frage, wer dafür tragfähige Konzepte entwickeln solle. „Diese eine Stunde wirkt eher wie ein Pflaster, das frühere und aktuelle Kürzungen kaschieren soll“, so Habersaat.

Ab diesem Schuljahr werde die gesellschaftswissenschaftliche Bildung in der Oberstufe geschwächt, denn künftig müssten sich Schülerinnen und Schüler zwischen den Fächern Wirtschaft/Politik und Geografie entscheiden. „Wer Demokratiebildung stärken will, sollte gesellschaftswissenschaftliche Bildung nicht gleichzeitig an anderer Stelle zurückfahren.“

GEW fordert Entlastung von Lehrern

Die Co-Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Kerstin Quellmann, kritisierte, Stenke bleibe auch in diesem Schuljahr schuldig, wie sie die Lehrkräfte konkret im Schulalltag entlasten wolle. „Einfach mehr Unterrichtsstunden in Deutsch und Mathematik werden das Problem nicht lösen.“

Auch aus Sicht der bildungspolitischen Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Anne Riecke, feiere Stenke Maßnahmen als Erfolg, die zu einem erheblichen Teil lediglich die Folgen der eigenen Kürzungspolitik abmildern. Entscheidend sei, wie viele zusätzliche Lehrkräfte tatsächlich angesichts der steigenden Schülerzahlen zur Verfügung stehen, wie sich die Schüler-Lehrer-Relation entwickelt und wie viel zusätzlicher Unterricht bei den Schülerinnen und Schülern ankomme. 

CDU und Grüne sehen Land gut gerüstet für das Schuljahr

Der CDU-Abgeordnete Martin Balasus und der Grünen-Abgeordnete Malte Krüger sehen Schleswig-Holstein dagegen gut gerüstet für das neue Schuljahr. Das Land schaffe optimale Startvoraussetzungen mit neuen Unterrichtsmöglichkeiten, Stärkung der Basiskompetenzen und zusätzlichen Lehrkräften.

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