Sorgen-Start: Werder wankt schon wieder
Niclas Füllkrug kehrte diesen Sommer zurück nach Bremen. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
Schlechter hätte der Einstieg in die Bundesliga-Saison für Bremen kaum laufen können. Und jetzt kommt Leipzig. Wie wird die Lücke durch das Stage-Aus geschlossen? Wann ist Füllkrug richtig in Form?
Bremen. Nach nur einem Wochenende ist die Aufbruchstimmung erst mal wieder dahin. Verletzungs-Schock, 1:4-Klatsche in Freiburg, verkorkstes Füllkrug-Comeback - viel schlechter hätte der Saisonstart für den SV Werder Bremen in der Fußball-Bundesliga nicht laufen können. Und am Samstag kommt RB Leipzig, das gleich mal ein 3:0 gegen Borussia Mönchengladbach hingelegt hat. Geht’s für die Hanseaten gerade so weiter wie in der vergangenen Spielzeit, in der sie nur mit großer Mühe noch die Liga gehalten hatten?
„Ich sehe es gar nicht so negativ, ich bin gar nicht so bedröppelt“, sagte Niclas Füllkrug nach seiner missglückten Bundesliga-Rückkehr. „Wichtig ist, dass wir jetzt eben nicht nervös werden“, forderte Sportgeschäftsführer Clemens Fritz. Zumindest die Anfangsphase der Partie in Freiburg würde ihn zuversichtlich stimmen, erklärte Trainer Daniel Thioune. Womöglich könnten diese 20 Minuten ja „die Basis sein, dass wir Woche für Woche vielleicht dann auch zulegen“.
Daniel Thioune und seinen Bremern droht erneut eine schwierige Saison. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
Ajax-Profi soll helfen, Stage zu ersetzen
Werder droht erneut eine schwierige Saison - nach dem verletzungsbedingten Aus von Mittelfeld-Star Jens Stage erst recht. Medienberichten zufolge soll der 23-jährige Niederländer Youri Regeer von Ajax Amsterdam kommen und helfen, die Lücke zu schließen. Eins zu eins ersetzen können die Bremer ihren dänischen Topmann, der wegen einer Muskelverletzung im Oberschenkel mehrere Monate fehlen wird, aber wohl nicht. Vor allem nicht in puncto Torgefahr. Das wissen sie. Und das gaben sie entsprechend zu verstehen.
„Eine Art Worst Case“ sei der Ausfall von Stage, meinte Angreifer Füllkrug. Die schwere Verletzung des 29 Jahre alten Schlüsselspielers habe alle „total betroffen gemacht“, sagte Coach Thioune. Werders Spiel sei zuletzt „sehr, sehr Jens-lastig“ und „auf ihn zugeschnitten“ gewesen, führte der Trainer weiter aus. „Für den Moment dürfen wir vielleicht auch ein bisschen weinen.“
Rückkehrer noch nicht richtig in Form
Generell sollten die Bremer allerdings schauen, dass sie schnell wieder den Blick nach vorn richten - und die nötigen Automatismen in ihr Spiel bekommen, wie auch Routinier Füllkrug erkannte. Dem 24-maligen Nationalspieler fehlte in Freiburg die richtige Bindung zum Spiel. In der ersten Halbzeit blieb er weitgehend blass, in der zweiten vertändelte er den Ball in aussichtsreicher Position - und nach einer Stunde wurde er schließlich ausgewechselt.
Der auf Leihbasis von West Ham United zurückgekehrte 33-Jährige sei „in einer ordentlichen körperlichen Verfassung“, meinte Trainer Thioune. Es sei aber klar, dass Füllkrug „noch nicht diese Intensität gehen“ könne. Dafür würden ihm zu viele Einsatzminuten aus den vergangenen Monaten fehlen.
Füllkrug: „Wird ein herausforderndes Jahr“
Es sei „wichtig, dass er möglichst schnell im Vollbesitz seiner Kräfte ist, dann voll angreifen und seine Qualitäten voll abrufen kann“, sagte Thioune über Füllkrug. Schließlich ist der ja die große Hoffnung der Bremer in der Offensive.
„Es wird ein herausforderndes Jahr, aber das kann auch Spaß machen“, meinte Füllkrug selbst. Zumindest eines kann man Werder nach dem Fehlstart nicht absprechen: das Bemühen um Zuversicht.

Niclas Füllkrug kehrte diesen Sommer zurück nach Bremen. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa