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Journalistenpreise

Stern-Preis für Reportage über ein Camp für Häftlingskinder

Für seine Reportage „Du bist wie ein Vater für mich. Nicht so ein Arsch wie mein letzter“ ist der Journalist Philipp Daum („Zeit“) mit dem „Egon Erwin Kisch-Preis“ ausgezeichnet worden.

Für seine Reportage „Du bist wie ein Vater für mich. Nicht so ein Arsch wie mein letzter“ ist der Journalist Philipp Daum („Zeit“) mit dem „Egon Erwin Kisch-Preis“ ausgezeichnet worden. Foto: Christian Charisius/dpa

Ein Abenteuercamp für besondere Jugendliche, ein Land im Krieg, ein großer Justizirrtum und gleich zwei Blicke in die Welt der Psychiatrie: Diese Geschichten gewinnen den Stern-Preis 2026.

Von dpa Dienstag, 19.05.2026, 22:15 Uhr

Hamburg. Für seine Reportage „Du bist wie ein Vater für mich. Nicht so ein Arsch wie mein letzter“ ist der Journalist Philipp Daum („Zeit“) mit dem „Egon Erwin Kisch-Preis“ ausgezeichnet worden. Er nahm den Stern-Preis am Abend in Hamburg entgegen. 

Neun Tage lang begleitete Daum als Betreuer ein Abenteuercamp für Kinder von Eltern, die im Gefängnis sitzen. „Die Jugendlichen wissen, dass er seine Erlebnisse und ihre Geschichten mitschreibt. Er erwirbt ihr Vertrauen und wahrt dennoch Distanz“, begründete die Jury ihre Entscheidung.

Katrin Wegner ist Siegerin in der Kategorie „Dokumentation“ für die Serie „Akutstation Psychiatrie“ (ARD-Mediathek).

Katrin Wegner ist Siegerin in der Kategorie „Dokumentation“ für die Serie „Akutstation Psychiatrie“ (ARD-Mediathek). Foto: Christian Charisius/dpa

In der Kategorie „Dokumentation“ gewann Katrin Wegner mit ihrer Serie „Akutstation Psychiatrie“ (ARD-Mediathek). Mehrere Wochen verbrachte die Autorin in einer psychiatrischen Klinik in Hessen, oft bis zu zehn Stunden am Tag. „Sie taucht ab in Beobachtungen und lange Gespräche, allein, ohne Kamerateam“, heißt es in der Begründung der Jury. So sei ihr „eine Nahaufnahme von seltener Eindringlichkeit“ gelungen.

„Vom Gerichtsberichterstatter zum Investigativreporter“

In der Kategorie „Lokal“ gewann Journalist Erik Westermann mit einer Recherche für die „Braunschweiger Zeitung“ in Kooperation mit „Der Spiegel“
zu einem großen Missbrauchsprozess, der sich als Justizirrtum entpuppte. Westermann habe sich „vom Gerichtsberichterstatter zum Investigativreporter“ gewandelt und auch seine eigene Rolle hinterfragt, begründete die Jury. 

Erik Westermann ist der Sieger in der Kategorie „Lokal“ mit einer Recherche für die „Braunschweiger Zeitung“ in Kooperation mit „Der Spiegel“. Es geht um einen großen Missbrauchsprozess, der sich als Justizirrtum entpuppte.

Erik Westermann ist der Sieger in der Kategorie „Lokal“ mit einer Recherche für die „Braunschweiger Zeitung“ in Kooperation mit „Der Spiegel“. Es geht um einen großen Missbrauchsprozess, der sich als Justizirrtum entpuppte. Foto: Christian Charisius/dpa

Die „Fotogeschichte des Jahres“ gelang Fotograf Emile Ducke mit einer Reise quer durch Syrien: In „Die Schatten des Sieges“, erschienen in der Wochenzeitung „Die Zeit“, fing er laut Jury „in diesem vom Bürgerkrieg zerstörten Staat den Raum zwischen Hoffnung und Angst, zwischen Freude und Brutalität“ ein.

Mit ihrer Serie „Der Kinderpsychiater – Die Macht des Dr. Winterhoff“ (ARD Mediathek) führte auch Nicole Rosenbach, die Preisträgerin in der Kategorie „Investigation“, die Jury in die Welt der Psychiatrie. Ihr Bericht über den stark umstrittenen Arzt bringe Licht „in ein sonst verschlossenes System, dem vor allem Kinder im System der psychiatrischen Jugendhilfe ausgesetzt sind“, hieß es.

In der Kategorie „Investigation“ gewann Nicole Rosenbach für die Serie „Der Kinderpsychiater - Die Macht des Dr. Winterhoff“ (ARD Mediathek).

In der Kategorie „Investigation“ gewann Nicole Rosenbach für die Serie „Der Kinderpsychiater - Die Macht des Dr. Winterhoff“ (ARD Mediathek). Foto: Christian Charisius/dpa

Der Preis wird vom Magazin „Stern“ gestiftet, unabhängige Jurymitglieder entscheiden. Die Zeitschrift zählte früher zum Verlagshaus Gruner + Jahr und inzwischen zu RTL Deutschland. 

Die Auszeichnung Stern-Preis heißt traditionell eigentlich Nannen Preis. Er ist einer der wichtigsten Journalistenpreise in Deutschland. Wegen noch laufender Forschung rund um die Vergangenheit des „Stern“-Pioniers Henri Nannen im Nationalsozialismus wurde er zum vierten Mal als Stern-Preis vergeben.

Emile Ducke gewann in der Kategorie „Fotogeschichte des Jahres“ für „Die Schatten des Sieges“, erschienen in „Die Zeit“.

Emile Ducke gewann in der Kategorie „Fotogeschichte des Jahres“ für „Die Schatten des Sieges“, erschienen in „Die Zeit“. Foto: Christian Charisius/dpa

Der Stern Preis wird in fünf Kategorien verliehen. (Archivbild)

Der Stern Preis wird in fünf Kategorien verliehen. (Archivbild) Foto: Marcus Brandt/dpa

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