Streit mit Vereinigung Cockpit

Streit um Betriebsrente: Lufthansa sieht keine Spielräume

Weist die Forderungen der Piloten-Gewerkschaft VC zurück und warnt vor Eskalation: Jens Ritter, Chef der Kernmarke Lufthansa Airlines. (Archivbild)

Weist die Forderungen der Piloten-Gewerkschaft VC zurück und warnt vor Eskalation: Jens Ritter, Chef der Kernmarke Lufthansa Airlines. (Archivbild) Foto: Christian Charisius/dpa

Die Gewerkschaft VC fordert mehr Geld für die Altersvorsorge der Piloten. Lufthansa hält das für nicht bezahlbar – und sieht bei einem Arbeitskampf kaum noch Lösungsmöglichkeiten.

Von dpa 19.09.2025, 13:35 Uhr

Frankfurt/Main. Im Streit um die Betriebsrenten Tausender Lufthansa-Piloten dämpft die Fluggesellschaft die Erwartungen der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). „Unsere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erlaubt schlichtweg?keinerlei Mehrbelastungen“, sagte der Chef der Kernmarke Lufthansa Airlines, Jens Ritter, einem intern von der Lufthansa veröffentlichten Interview. „Wir haben nicht ansatzweise?das Geld für eine weitere Verbesserung der ohnehin schon sehr guten betrieblichen Altersvorsorge.“

Die VC verlangt deutlich höhere Beiträge des Arbeitgebers zu den Rentenfonds. In der Sache geht es um Betriebsrenten und Übergangsversorgungsansprüche von etwa 4.800 Pilotinnen und Piloten. Nach sieben erfolglosen Verhandlungsrunden lässt die VC derzeit über einen Streik bei Lufthansa und der Frachttochter Lufthansa Cargo abstimmen. Die Urabstimmung läuft bis zum 30. September.

Die Piloten der Lufthansa und ihrer Frachttochter Lufthansa Cargo stimmen über einen Streik bei Deutschlands größter Fluggesellschaft ab. (Archivbild)

Die Piloten der Lufthansa und ihrer Frachttochter Lufthansa Cargo stimmen über einen Streik bei Deutschlands größter Fluggesellschaft ab. (Archivbild) Foto: Uwe Anspach/dpa

VC-Forderung „schlichtweg nicht bezahlbar“

Die derzeitige Forderung der VC würde „einen jährlichen Kostenanstieg für die betriebliche Altersversorgung der Lufthansa-Classic-Cockpitmitarbeitenden auf 228 Millionen Euro“ bedeuten, rechnete Ritter vor. „Das wäre mehr als eine Verdoppelung. Die Erfüllung dieser Forderung wäre nicht nur unverantwortlich für unsere Airline, sondern schlichtweg nicht bezahlbar. Dann bliebe keine Alternative, als weitere Flugzeuge in profitablere Flugbetriebe zu verlagern.“

Ritter zeigte sich weiterhin gesprächsbereit und warnte vor einer Eskalation: „Wir müssen weiter gemeinsam nach Wegen suchen, um eine weitere Zuspitzung zu verhindern. In unserer finanziellen Lage würde ein Streik den Lösungsraum nur verkleinern.“

Droht der Airline eine neue Welle von Arbeitskämpfen?

Der Lufthansa droht zugleich auf anderen Tarifbaustellen neuer Ärger: Die Spartengewerkschaft Ufo erklärte die Gespräche mit der Konzernführung über eine tarifliche Gesamtlösung für das Kabinenpersonal bei Lufthansa, Lufthansa CityLine, Lufthansa City Airlines und Discover Airlines Anfang dieser Woche für gescheitert. Nun will die Unabhängige Flugbegleiter Organisation ihre Forderungen für die Kabinenbeschäftigten der einzelnen Airlines im Rahmen voneinander unabhängiger Verhandlungen durchsetzen.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Google-Mutter Alphabet übertrifft Erwartungen

Neue Rivalen forderten Google mit Künstlicher Intelligenz heraus. Doch der Internet-Riese ist erfolgreich mit eigenen KI-Funktionen in seiner Suchmaschine. Zudem wächst das Cloud-Geschäft rasant.

Höhere Schienenmaut für Personenverkehr

Mit Trassenpreisen zahlen Verkehrsunternehmen für die Nutzung des Schienennetzes. Dem EuGH zufolge wurden sie bisher falsch berechnet. Nun drohen spürbare Folgen für Verkehrsunternehmen und Fahrgäste.

Porsche-Aufsichtsrat unterstützt Sparpaket

Seit Monaten laufen bei Porsche Verhandlungen über ein weiteres Sparpaket. Nun hat sich der Aufsichtsrat mit dem aktuellen Stand befasst - und seine Unterstützung zugesagt. Das ist bisher bekannt

Mehr Menschen mit Schwerbehinderung in Jobs

Die Zahl der Behinderten in Arbeit ist gestiegen - aber immer noch zu gering. Viele Betriebe erfüllen ihre Verpflichtung zur Einstellung nicht. Dabei sind Schwerbehinderte oft gut ausgebildet.

Durchsuchungen bei der Deutschen Bank

Deutschlands größtes Geldhaus muss wieder einmal Staatsanwälte und Steuerfahnder in seine Räume lassen. Es geht um lange zurückliegende Geschäfte der inzwischen integrierten Postbank.