VW-Betriebsrat lehnt Kündigungen und Werksschließungen ab
Daniela Cavallo, Gesamt- und Konzernbetriebsratsvorsitzende bei Volkswagen, und Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) verabschieden sich voneinander auf dem Werksgelände von Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover. Foto: Michael Matthey/dpa
Volkswagen steht vor weiteren Einschnitten. Vor wichtigen Betriebsversammlungen zieht Betriebsratschefin Daniela Cavallo rote Linien. Niedersachsens Ministerpräsident Lies mahnt den Vorstand.
Hannover. Die Volkswagen-Betriebsratschefin Daniela Cavallo hat sich klar gegen Entlassungen und Werksschließungen bei VW ausgesprochen. „Wir schließen betriebsbedingte Kündigungen definitiv aus“, sagte die Gesamt- und Konzernbetriebsratsvorsitzende am Montagabend nach einem Treffen mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies (SPD) im VW-Nutzfahrzeugwerk Hannover. Auch Werksschließungen seien „für uns keine Option“.
Cavallo: Arbeitnehmerseite erwartet eine „Vorwärtsstrategie“
Vor zusätzlichen Betriebsversammlungen an mehreren Standorten forderte Cavallo den Vorstand auf, den Beschäftigten seine Pläne zu erklären. Ein Zukunftsprogramm könne nicht allein aus Personalabbau, niedrigeren Arbeitskosten und infrage gestellten Standorten bestehen. Die Arbeitnehmerseite erwarte eine „Vorwärtsstrategie“.
VW-Chef Oliver Blume hatte zuletzt einen zusätzlichen Abbau von rechnerisch rund 50.000 Stellen ins Gespräch gebracht. Für die Werke in Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm gibt es nach Konzernangaben für die Zeit nach Auslaufen der derzeitigen Fahrzeugproduktion Anfang der 2030er Jahre bislang keine gesicherte Belegung.
Lies stellt sich hinter Mitbestimmung und VW-Gesetz
Lies forderte, gemeinsam Perspektiven für die Standorte zu entwickeln. „Hier geht es um ein bisschen mehr als nur um die Frage einer Rendite, eines Cashflows oder einer Dividende“, sagte der Regierungschef. Die Sorgen der Beschäftigten und die Bedeutung der Werke für ganze Regionen müssten berücksichtigt werden.
Zugleich stellte sich Lies deutlich hinter Mitbestimmung und VW-Gesetz. Wer sich als Vorstand damit beschäftige, wie sich Mitbestimmung oder VW-Gesetz reduzieren ließen, sei „nicht auf der richtigen Spur unterwegs“. Das VW-Gesetz sichert dem Land Niedersachsen als Großaktionär besonderen Einfluss auf Volkswagen und erschwert wichtige Entscheidungen des Unternehmens gegen den Willen des Landes und der Arbeitnehmervertreter.
Rückkehr des klassischen Transporters nach Hannover als Idee
Hannovers Betriebsratschef Stavros Christidis brachte als Perspektive für das Werk die Rückkehr des klassischen Transporters ins Spiel. Dafür müsste die Kooperation mit Ford in diesem Segment beendet werden. Der derzeitige VW- Transporter wird gemeinsam mit Ford entwickelt und in der Türkei produziert.

Der Gesamtbetriebsrat bei Volkswagen hatte dazu eingeladen, mehrere VW-Werke in Niedersachsen zu besuchen. Foto: Michael Matthey/dpa

Eine Luftaufnahme des Volkswagen-Werkes in Hannover. Dessen Zukunft ist ungewiss. (Archivbild) Foto: Stefan Rampfel/dpa