Weitere Reedereien zeigen Interesse an Bundesflagge
Die Schiffsflagge wirkt sich auf die Arbeitsbedingungen an Bord aus. (Archivbild) Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa
Die Lidl-Reederei setzt auf die deutsche Flagge. Gespräche mit anderen Unternehmen laufen, berichtet eine Behörde. Doch die Statistik zeigt: Zahlenmäßig sind deutsche Schiffe weit in der Minderheit.
Hamburg. Außer der Lidl-Reederei Tailwind haben mehrere Schifffahrtsunternehmen Interesse signalisiert, Schiffe zurück unter die Bundesflagge zu bringen. „Wir sind mit einem Dutzend Reedereien in Gesprächen“, sagte der Leiter der Abteilung Schifffahrt in Deutschlands zentraler maritimer Behörde BSH, Jörg Kaufmann.
Namen von Schifffahrtsunternehmen wollte Kaufmann nicht nennen. Es handle sich um einen „Querschnitt“ der Branche. Gesprochen werde mit Containerreedereien und Schifffahrtsunternehmen, die sogenannte Massen- und Stückgüter transportierten. Ein Massengut ist beispielsweise Kohle, ein Stückgut ist etwa eine Palette.
Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) ist an einer Reform beteiligt, die die Attraktivität der deutschen Flagge steigern soll. Stand Ende Juni fuhren 395 Seeschiffe unter deutscher Flagge; das waren trotz der Bemühungen des BSH 21 weniger als zu Jahresbeginn. Nahezu unverändert fuhren 1.422 unter ausländischer Flagge.