Wie Kinder den Verkehr wahrnehmen
Perspektivwechsel mit dem Tiefsehrohr: Arne Kramer (links) und Hendrik Lunden setzen sich für mehr Verkehrssicherheit von Kindern ein. Foto: Landkreis Stade/Nina Dede
Das Stader Straßenverkehrsamt hat drei Tiefsehrohre angeschafft. Sie ermöglichen einen Perspektivwechsel - für mehr Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr.
Landkreis. Der Name ist Programm: Mit dem Tiefsehrohr wechseln Erwachsene die Perspektive – und sehen ihre Umgebung wie ein Kind. Das Tiefsehrohr macht deutlich, welche Herausforderungen Mädchen und Jungen täglich im Straßenverkehr meistern müssen. Genau deshalb hat das Amt Straßenverkehr des Landkreises Stade drei dieser Geräte angeschafft.
Aus der Perspektive eines Kindes

Das ist die Perspektive von Erwachsenen, wenn sie den Kreisverkehr an der Grundschule Campe in Stade überqueren. Foto: Landkreis Stade/Nina Dede

Das Tiefsehrohr verdeutlicht es: Der Blickwinkel eine Kindes ist deutlich eingeschränkter, obendrein versperrt ein Straßenschild die Sicht. Foto: Landkreis Stade/Nina Dede
Das Tiefsehrohr verlagert die eigene Sichtachse nach unten, schränkt zugleich das Blickfeld ein und ermöglicht es Erwachsenen, die Umgebung aus der Perspektive eines Kindes wahrzunehmen. Straßenquerungen, die zuvor problemlos einsehbar waren, wirken plötzlich unübersichtlich und herausfordernd – zum Beispiel weil es nicht mehr möglich ist, über parkende Pkw hinwegzusehen oder weil Verkehrszeichen die Sicht versperren.
Überraschender Perspektivwechsel
Ziel ist es, die Sicherheit der jüngsten Verkehrsteilnehmer zu erhöhen und zugleich das Verständnis Erwachsener für deren besondere Wahrnehmung zu stärken. Das Tiefsehrohr zeigt außerdem, wie schwierig selbst die Orientierung in einer Menschenmenge aus dem Blickwinkel eines Kindes sein kann, erklärt Arne Kramer, Leiter des Amtes Straßenverkehr. „Der Perspektivwechsel ist überraschend und zugleich ein klarer Auftrag an uns, damit sich Kinder sicher im öffentlichen Raum bewegen können.“
Hilfreich bei Planungsprozessen
Der für Verkehrssicherheit zuständige Abteilungsleiter Hendrik Lunden ergänzt: „Mit dem Tiefsehrohr lassen sich herausfordernde Situationen im Straßenverkehr schnell erkennen und anschließend Lösungen entwickeln, die zu einer kinderfreundlicheren Verkehrsführung und zu mehr Verkehrssicherheit beitragen.“ Insbesondere in Planungsprozessen und bei der Entwicklung neuer Mobilitätsangebote schafft das Tiefsehrohr wertvolle Einblicke.
Das Tiefsehrohr passt zudem zu den Bestrebungen der Kreisverwaltung, sich als erster Landkreis bundesweit als „Kinderfreundliche Kommune“ zertifizieren zu lassen.
Tiefsehrohre können ausgeliehen werden
Die drei Tiefsehrohre des Amts Straßenverkehr können ausgeliehen werden. Interessierte Kommunen, Verbände, Schulen, Kitas und Vereine wenden sich an den Landkreis Stade unter 04141/ 123011 oder per Mail an strassenverkehr@landkreis-stade.de.
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