Blaulicht

Hier retten sich erneut zwei Wattwanderer vor der Flut

Mit einem Rettungsboot fuhren die Einsatzkräfte zur Rettungsbake, auf der sich zwei Wattwanderer befanden.

Mit einem Rettungsboot fuhren die Einsatzkräfte zur Rettungsbake, auf der sich zwei Wattwanderer befanden. Foto: Freiwillige Feuerwehr Duhnen-Stickenbüttel

S.O.S. aus der Rettungsbake 8 zwischen Cuxhaven und Neuwerk: Aktuell häufen sich die Einsätze wieder. Großalarm gab es auch am Strand.

Von Redaktion 23.06.2026, 17:15 Uhr

Cuxhaven. Zwei Wattwanderer sind am Sonnabend von Einsatzkräften der Wasserrettung von einer Rettungsbake zwischen Sahlenburg und Neuwerk geborgen worden. Darüber informiert jetzt die Freiwillige Feuerwehr Duhnen-Stickenbüttel.

Nach Angaben der Feuerwehr erhielt die Seenotleitung Bremen rund zwei Stunden vor Hochwasser, um 15.55 Uhr, die Meldung, dass sich zwei Personen auf der Rettungsbake 8 befanden. Da zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich weitere Personen im Watt in einer Notlage befanden, wurden die Cuxhavener Wasserrettungseinheiten alarmiert.

Rettungsboot nimmt Wattwanderer auf

Zu diesem Zeitpunkt hatte das Wasser den Strand bereits erreicht, sodass das Rettungsboot direkt vom Strand aus zu Wasser gelassen werden konnte. Nach etwa zehn Minuten Fahrzeit erreichten die Einsatzkräfte die Rettungsbake und nahmen die beiden Personen an Bord. Die Wattwanderer befanden sich nach Angaben der Feuerwehr in guter Verfassung. Nach der Rückkehr zum Strand in Duhnen wurden sie vorsorglich dem Rettungsdienst der Berufsfeuerwehr zur kurzen Untersuchung übergeben. Anschließend war der Einsatz beendet.

Die Freiwillige Feuerwehr Duhnen-Stickenbüttel empfiehlt Wattwanderern, sich vor dem Start über die Gezeiten zu informieren.

Die Freiwillige Feuerwehr Duhnen-Stickenbüttel empfiehlt Wattwanderern, sich vor dem Start über die Gezeiten zu informieren. Foto: Freiwillige Feuerwehr Duhnen-Stickenbüttel

Wie die Freiwillige Feuerwehr Duhnen-Stickenbüttel weiter mitteilt, hatte sich die Situation für die beiden Betroffenen zuvor deutlich schwieriger dargestellt. Das Wasser sei bereits weit aufgelaufen gewesen, sodass die Wattwanderer stellenweise durch tieferes Wasser waten und schwimmen mussten, um die Rettungsbake zu erreichen.

Vom Land aus kaum zu erkennen

Vom Festland aus blieb dies nach Angaben der Feuerwehr aufgrund der großen Entfernung und der Sichtverhältnisse unbemerkt. Auch technische Hilfsmittel wie Radar- oder Wärmebildkameras könnten in solchen Fällen an ihre Grenzen stoßen, da Menschen auf größere Distanz im Wasser nur schwer auszumachen seien. Hinzu kam, dass sich die beiden Personen auf der Rettungsbake niedergelassen hatten und dadurch von den Rettungsstationen nur schwer erkannt werden konnten.

Feuerwehr weist auf Risiken hin

Die Feuerwehr weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass insbesondere die Strömung bei auflaufender Flut häufig unterschätzt werde. Gerade beim Schwimmen könne das Ziel, eine Rettungsbake zu erreichen, leicht verfehlt werden. Ein Abtreiben im Watt könne schwerwiegende Folgen haben.

Insgesamt sei der Einsatz jedoch glimpflich verlaufen, teilt die Freiwillige Feuerwehr Duhnen-Stickenbüttel mit.

Die Feuerwehr rät zudem, Wattwanderungen sorgfältig zu planen. Unerfahrene und untrainierte Wattwanderer könnten die Strecke zwischen dem Festland und der Insel Neuwerk in der Regel nicht in beide Richtungen bewältigen. Vor dem Start sollten deshalb die aktuellen Gezeiten sowie mögliche wetterbedingte Veränderungen berücksichtigt werden. Zudem empfiehlt die Feuerwehr, stets ein Mobiltelefon mitzuführen, um im Notfall über die Notrufnummern 112 oder 110 Hilfe anfordern zu können. Nach Angaben der Einsatzkräfte können die Leitstellen bei einem Notruf den Standort des Anrufers technisch bestimmen.

Vermisster Jugendlicher löst große Suchaktion aus

Ein vermisster Jugendlicher hat am Sonnabendabend zudem einen größeren Sucheinsatz im Strandbereich von Duhnen ausgelöst. Nach Angaben der Feuerwehr ging die Vermisstenmeldung um 19.43 Uhr ein. Zu diesem Zeitpunkt wurde die jugendliche Person bereits seit rund eineinhalb Stunden vermisst. Da bekannt gewesen sei, dass der Jugendliche nicht über gute Schwimmkenntnisse verfüge und sich beim letzten Sichtkontakt im Bereich des Wassers aufgehalten habe, wurde Großalarm ausgelöst.

Neben den Wasserrettungseinheiten wurden auch Drohnengruppen zur Suche nach dem vermissten Jugendlichen eingesetzt.

Neben den Wasserrettungseinheiten wurden auch Drohnengruppen zur Suche nach dem vermissten Jugendlichen eingesetzt. Foto: Freiwillige Feuerwehr Duhnen-Stickenbüttel

Neben den Wasserrettungseinheiten von Feuerwehr und DLRG wurden nach Angaben der Freiwilligen Feuerwehr Duhnen-Stickenbüttel auch mehrere Drohnengruppen zur Unterstützung der Suche alarmiert. Zum Zeitpunkt des Einsatzes lief das Wasser bereits wieder ab.

Suche endet an der Promenade

Im Verlauf der groß angelegten Suchaktion entdeckte eine Fußstreife an der Duhner Promenade eine Person, auf die die Beschreibung des Vermissten passte. Nach dem Abgleich der Personalien bestätigte sich laut Feuerwehr, dass es sich um den gesuchten Jugendlichen handelte.

Der Einsatz konnte daraufhin beendet werden. Weitere Maßnahmen waren nicht erforderlich.

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Hans-Hinrich Fitschen
23.06.202617:39 Uhr

Können die Wanderer in der Rettungsbake nicht einfach auf das nächste Niedrigwasser warten?

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