„Krankenfahrstuhl“? 16-Jähriger rast mit 92 km/h über B495
Mit dem roten Suzuki ist ein 16-Jähriger im Kreis Cuxhaven über die Bundesstraße gebraust. Foto: Polizei
Bei einer Kontrolle an der B495 im Bereich Hollnseht (Kreis Cuxhaven) rast ein 16-Jähriger mit 92 km/h an der Polizei vorbei - erlaubt sind 70. Eigentlich hätte er sogar nur 25 km/h fahren sollen.
Der Bereich Hollnseht an der B495 gilt bereits seit längerer Zeit als Unfallschwerpunkt. Deshalb haben Polizisten dort am Sonnabend (23. Mai 2026) gegen 16.20 Uhr eine Geschwindigkeitsmessung durchgeführt.
Bei der Kontrolle raste ein roter Suzuki-Kleinwagen an den Beamten vorbei. „Erlaubt sind dort 70 km/h. Bei dem Suziki wurden vorwerfbar 92 km/h gemessen“, teilt der Sprecher der Polizeiinspektion Cuxhaven, Stephan Hertz, mit.
Der Wagen wurde von der Polizei gestoppt. Kurios: An der Fahrzeugfront war kein Kennzeichen angebracht, am Heck nur ein kleines Versicherungskennzeichen.
Auto als „Krankenfahrstuhl“ zugelassen
Bei dem Fahrer handelt es sich um einen 16-jährigen Jugendlichen. Dieser hätte in dem Kleinwagen gar nicht diese Geschwindigkeiten erreichen dürfen: „Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass das Fahrzeug technisch per Steuergerät auf 25km/h gedrosselt sein sollte“, sagt Stephan Hertz. Durch so eine Drosselung kann das Auto laut Polizei als „Sonderkraftfahrzeug Krankenfahrstuhl“ zugelassen werden - damit dürfen dann auch schon Jugendliche mit der entsprechenden Fahrerlaubnis am Steuer sitzen.
Das Problem: Das Steuergerät war in dem Suzuki laut Hertz überhaupt nicht angeschlossen. Der Jugendliche muss sich nun wegen mehrerer Strafverfahren verantworten. Die Polizisten haben den Fahrzeugschlüssel sichergestellt.
Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr
Auch an einem grauen Seat Cupra in Sittensen (Kreis Rotenburg) wurde herumgeschraubt - allerdings ohne Einverständnis der Fahrerin. Die Rotenburger Polizeisprecherin Wybke Seeck spricht von einem „gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr“.
Blaulicht
T Gas-Alarm bei Bauarbeiten in Buxtehude
Am Freitag (22. Mai 2026) war in der Zeit zwischen 10.15 und 14 Uhr eine Frau mit einem grauen Seat Cuptra in Sittensen unterwegs. Wieder Zuhause angekommen, stellte die Frau Veränderungen an einem Rad des Autos fest.
„Eine anschließende Überprüfung in einer Fachwerkstatt ergab Hinweise auf eine mögliche Manipulation an den Radschrauben“, berichtet Seeck. Die Kfz-Mechaniker hätten einen technischen Defekt oder ein selbstständiges Lösen der Schrauben während der Fahrt ausgeschlossen.
Polizei sucht Zeugen: Wer hat unerlaubt am Seat geschraubt?
Die Polizei hat nun Ermittlungen wegen des des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr aufgenommen. Der Seat Cupra war im Laufe des Freitagvormittags auf mehreren Parkplätzen in Sittensen abgestellt worden, unter anderem „Am Markt“ sowie in der Stader Straße. „Nach bisherigen Erkenntnissen dürfte sich der Vorfall allerdings mit hoher Wahrscheinlichkeit auf dem Parkplatz des Kindergartens im Heidornweg zwischen 13.45 Uhr und 14 Uhr ereignet haben“, sagt die Rotenburger Polizeisprecherin.
Die Polizei bittet mögliche Zeugen, die im genannten Zeitraum verdächtige Personen oder Beobachtungen im Bereich des Kindergartens oder der genannten Parkplätze gemacht haben, sich bei der Polizeidienststelle in Sittensen unter 04282/5087-0 zu melden. (set)
Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.