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Razzia in Harsefeld – Polizei wird bei Schüler fündig

Ein Potpourri der beschlagnahmten Waren, darunter 370 Einweg-Vapes.

Ein Potpourri der beschlagnahmten Waren, darunter 370 Einweg-Vapes. Foto: Polizeiinspektion Stade

E-Zigaretten, Kopfhörer-Plagiate, Feuerwerk: In Harsefeld steht ein Jugendlicher im Verdacht, sich sein eigenes Gewerbe aufgebaut zu haben - illegal und nicht ungefährlich.

Von Redaktion Freitag, 05.06.2026, 16:02 Uhr

Harsefeld. Am Mittwochmorgen rückte die Polizei an: Stader Einsatzkräfte durchsuchten in dieser Woche eine Einfamilienhaus in Harsefeld. Anlass dafür sei ein Ermittlungsverfahren gegen einen 18 Jahre alten Schüler, teilt Polizeisprecher Matthias Bekermann am Freitag mit.

Der Jugendliche stehe im Verdacht, im größeren Stil Handel mit illegalen Einweg-Vapes (E-Zigaretten) getrieben zu haben.

Bei der Durchsuchung beschlagnahmten die Ermittlerinnen und Ermittler mehr als 370 Stück der Dampfgeräte. Diese seien laut Polizei „kostengünstig in Asien“ produziert worden. In Deutschland sind sie verboten. Die beschlagnahmten Einweg-Vapes sind „aufgrund ihrer Bauart sowie kritischer Inhaltsstoffe in Deutschland weder zugelassen noch verkehrsfähig“, so Bekermann.

Da die Vapes zudem nicht versteuert wurden, drohe dem jungen Harsefelder den Angaben zufolge nun eine Steuernacherhebung in Höhe von knapp 3000 Euro.

Polizei wertet Handy aus

Neben den E-Zigaretten stießen die Beamten in dem Haus auch auf Produktplagiate. Dabei soll es sich etwa um Kopfhörer namhafter Markenhersteller handeln. Ebenfalls sichergestellt wurden illegale Feuerwerkskörper.

Bekermann: „Inwiefern mit den Plagiaten und den Feuerwerkskörpern ebenfalls Handel getrieben wurde, ist Gegenstand der Ermittlungen.“

Die Polizei werte aktuell das Handy des Schülers aus, um weitere Hinweise auf die illegalen Geschäfte und Käufer zu erhalten. Es werde unter anderem wegen Verstößen gegen das Tabakerzeugnisgesetz, die Abgabenordnung sowie das Sprengstoffgesetz ermittelt.

  • Hat der Staat kapituliert? E-Zigaretten-Schwarzmarkt brummt

Die Ermittlungen im Landkreis passen zum aktuellen Geschehen bundesweit. „Bis zu 40 Prozent der hier konsumierten Vapes kommen aus illegalen Quellen, Tendenz steigend“, warnt der Chef des Branchenverbandes BVTE, Jan Mücke. Zählt man den grauen Markt hinzu – also private Eigenimporte aus dem Ausland, bei denen die Ware in Deutschland nicht zugelassen und nicht versteuert ist – so liege der irreguläre Markt hierzulande bei 36 Prozent und im EU-Schnitt sogar bei 48 Prozent.

Die Ware ist zudem leicht im Internet bestellbar, das Angebot riesig. So haben legale Vapes in Deutschland bis zu 1000 Züge, im Internet werden aber Vapes mit bis zu 25.000 Zügen angeboten.

Zöllner sehen die Entwicklung mit Sorgenfalten. „Der illegale Markt wächst in einem schwindelerregenden Tempo“, sagt der Bundesvorsitzende der Deutschen Zoll- und Finanzgewerkschaft (BDZ), Thomas Liebel. Man könne nur stichprobenhaft kontrollieren.

Vaping ist im Trend, die Nutzung steigt Jahr für Jahr. Die Inhalation der erhitzten Luft gilt als weniger gesundheitsschädlich als das Tabakrauchen. Schlecht für die Gesundheit ist es zwar dennoch, wie Mediziner warnen. Dennoch greifen immer mehr Menschen zur E-Zigarette, um die verdampfte Flüssigkeit zu inhalieren und dabei Aromen wie „Cherry Lemonade“ oder „Tasty Muffin“ zu schmecken. 2025 stieg der legale Umsatz in Deutschland schätzungsweise um ein Viertel auf 2,4 Milliarden Euro. (dpa/tip)

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